Vor der Bund-Länder-Runde: Rufe nach einem Plan gegen die Krone werden lauter

Vor der Bund-Länder-Runde werden Rufe nach einem Plan gegen die Krone immer lauter

02.06.2022 05:34

Für den Herbst wird eine neue Kronenwelle erwartet. Politiker und Experten fordern deshalb vor der Bund-Länder-Runde die Möglichkeit verschiedener Maßnahmen, die bei hohen Fallzahlen wieder in Kraft treten könnten.

Im Vorfeld des Bund-Länder-Treffens an diesem Donnerstag gibt es Forderungen verschiedener Parteien, im Herbst weitere Corona-Maßnahmen zuzulassen. Der Städte- und Gemeindebund forderte einen „wirksamen Anti-Kronen-Plan“ für die Zeit nach Auslaufen des geltenden Infektionsschutzgesetzes.

„Bundesweit einheitliche Maßnahmen sollen bei einer Verschärfung der Lage wieder möglich sein“, sagte Generaldirektor Gerd Landsberg dem Deutschen Verlagsnetzwerk (RND). „Instrumente wie Maskenpflicht im öffentlichen Raum, Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen sowie 2G- oder 3G-Regelungen sollen bei klaren Verhältnissen möglich sein.“

Landsberg argumentierte: „Wir müssen uns auf eine neue Corona-Welle im Herbst vorbereiten, möglicherweise mit einem mutierten Virus, das noch gefährlicher sein könnte.“ Stadtratspräsident Markus Lewe sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Die Bundesregierung muss jetzt mit den Ländern die Strategie zum Kampf um die Krone erarbeiten und die gesetzlichen Grundlagen für eine wirksame Bekämpfung der bundesstaatlichen Pandemie in das Infektionsschutzgesetz aufnehmen.“

Auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst forderte eine erste Einigung zur Kronenpolitik für den Herbst. „Wichtig ist, dass die Bundesregierung in Abstimmung mit den Ländern die Stützpunkte zur Bekämpfung der Pandemie rechtzeitig vor dem Sturz anpasst“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wüst ist derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz. „So sehr wir uns alle wünschen, die Pandemie ist noch nicht vorbei“, betonte Wüst. „Wir wollen auf jeden Fall vermeiden, zwischen Schließung und Eröffnung hin und her zu gehen. Jetzt müssen wir uns auf Herbst und Winter vorbereiten.“ Es müssten Rückschlüsse gezogen werden, „welche Schutzmaßnahmen erfolgreich waren und auch für die Zukunft erfolgversprechend sind“.

Die Bildungsgewerkschaft GEW und der Verband Deutscher Philologen sprechen sich dafür aus, die Maskenpflicht an Schulen wieder einzuführen. „Die gesetzlichen Grundlagen zum Beispiel für eine Maskenpflicht müssen jetzt geschaffen werden, damit die Maßnahmen im Bedarfsfall schnell und rechtskräftig greifen können“, sagte GEW-Präsidentin Maike Finnern den Konzernzeitungen der Funke Medien. Stefan Düll, Vizepräsident des Philologischen Vereins, sagte den Zeitungen: „Es muss möglich sein, Masken und ggf. Pflichtprüfungen in einzelnen oder allen Schulen zu machen.“

Lauterbach bereitet die Strategie vor

Die Ministerpräsidenten der Länder werden an diesem Donnerstag mit Bundeskanzler Olaf Scholz über die Pandemie der Krone sprechen. Die Koalition aus SPD, Grünen und FDP-Ampeln kämpft bereits für neue Landeskronen-Schutzauflagen, etwa die Sturzmaskenpflicht.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach bereitet eine Strategie für einen zu erwartenden Anstieg der Infektionen in der kälteren Jahreszeit vor. Dazu sollen neben einer neuen Impfkampagne, Testregeln und Medikamenteneinsatz auch erneute Änderungen des am 23. September auslaufenden Infektionsschutzgesetzes gehören.

Allerdings hatten die Spitzenpolitiker der FDP darauf bestanden, eine geplante wissenschaftliche Auswertung der bisherigen Maßnahmen der Krone abzuwarten. Mit dem novellierten Infektionsschutzgesetz sind seit Anfang April die generelle Maskenpflicht bei Veranstaltungen oder beim Einkaufen sowie 2G- und 3G-Zugangsregelungen entfallen. Aktuell gilt „Grundschutz“, etwa mit der Maskenpflicht in Bussen, Bahnen, Kliniken, Praxen und Pflegeheimen.

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