Marktbericht
Stand: 01.08.2022 09:47 Uhr
Nach einem starken Juli gehen DAX-Anleger Anfang August etwas gelassener an die Sache. Der DAX kann seiner 1100-Punkte-Rallye zunächst nicht viel hinzufügen.
Nach seiner furiosen Rally im Juli startete der DAX mit einem kleinen Abschlag in den neuen Handelsmonat. Im frühen Handel auf XETRA verloren die deutschen Benchmarks 0,1 Prozent auf 13.471 Punkte. Aber schon in den ersten Handelsminuten können sie leicht ins Positive drehen.
Statistisch steht der Monatserste im DAX unter einem guten Stern. Die Wahrscheinlichkeit von Kursgewinnen steigt an diesem Handelstag, da zu Monatsbeginn durch ETF-Sparpläne und Co. viel Geld in den Markt fließt. Viele Fondsmanager legen das neue Geld auch gleich an den Finanzmärkten an.
1000 Punkte mehr im DAX möglich?
Seit seinem erstaunlichen Tief Anfang Juli bei 12.391 Punkten hat der DAX mehr als 1.100 Punkte zugelegt. Mit dem Anstieg gegenüber dem Vorwochenhoch von 13.399 Punkten zum Wochenschluss sendet der DAX ein positives technisches Signal. DAX-Käufer (Bullen) dürften nun wieder die Oberhand behalten.
„Dank des positiven Kurs-Setups kann die Kursbewegung seit Mitte Juni als eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation interpretiert werden“, erklären die technischen Analysten von HSBC. Dies ist eine technische Umkehrformation, ein Vorbote weiterer Kursgewinne. „Rein rechnerisch ergibt sich aus der Höhe der unteren Umkehrformation ein rechnerisches Anschlusspotential von 1.000 Punkten“, so die HSBC-Experten.
Die hohe Inflation drückt die Einzelhandelsumsätze
Die negativen Impulse für den DAX kommen von der Datenfront: Laut Statistischem Bundesamt hat im Juni die hohe Inflation das Einzelhandelsgeschäft in Deutschland stark belastet. Die Einzelhandelsumsätze sanken real, also preisbereinigt, um 8,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Es war der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1994.
Chinas industrielle Erholung verlangsamt sich
Auch aus China gibt es heute Morgen schwache Wirtschaftsdaten: Chinas wirtschaftliche Erholung hat sich im Juli aufgrund weitreichender Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 verlangsamt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) des chinesischen Wirtschaftsmagazins „Caixin“ fiel auf 50,4 von 51,7 Punkten im Vormonat, lag aber immer noch über der Expansionsschwelle von 50 Punkten.
Amazon und Apple geben Dow und Nasdaq Auftrieb
Rückenwind für den DAX kommt hingegen von den US-Börsen. Optimistische Aussichten der beiden Technologiekonzerne Amazon und Apple haben die Stimmung der US-Investoren am Freitag deutlich beflügelt.
Der US-amerikanische Dow Jones Industrial Average schloss ein Prozent höher bei 32.845 Punkten. Der technologielastige Nasdaq legte um 1,9 Prozent auf 12.390 Punkte zu. Der breite S&P 500 legte um 1,4 Prozent auf 4.130 Stellen zu. Monatlich steigt der Dow um 6,7 %, der S&P um 9,1 % und der Nasdaq um 12,3 %.
Nikkei trotzt schwachen Daten aus China
Die Aktienmärkte in Asien stiegen heute Morgen aufgrund der jüngsten Gewinne an der Wall Street, trotz enttäuschender Wirtschaftsdaten aus China und gemischter Geschäftsbilanzen. Der japanische Nikkei-Index stieg um 0,5 Prozent auf 27.947 Punkte. Die Shanghai Stock Exchange stieg leicht auf 3261 Punkte.
Schwache Daten aus China drücken die Ölpreise nach unten
Der überraschend starke Rückgang des Caixin/Markit-Einkaufsmanagerindex hat Spekulationen angeheizt, dass der Top-Kunde China eine geringere Ölnachfrage auf den Rohstoffmärkten verzeichnen wird. Nordsee-Brent fiel um ein Prozent auf 102,95 $ pro Barrel. China ist einer der größten Ölverbraucher der Welt.
Der Euro noch deutlich über 1,02 $
Der Dollar verliert im Allgemeinen im asiatischen Devisenhandel. Auch gegenüber dem Euro ist der Greenback schwächer. Gleichzeitig stieg der Euro um 0,2 Prozent auf 1,0234 $. Eine Unze Gold wird heute Morgen bei 1.764 $ gehandelt, ein Plus von 0,1 Prozent.
Covestro senkt seine Jahresziele erneut
Im DAX liegt der Fokus auf der Covestro-Aktie. Angesichts der im Juli erneut gestiegenen Gaspreise in Europa ist die erst im Mai reduzierte Prognose für den Kunststoffkonzern bereits wieder eine Makulatur. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) soll bis 2022 nur noch zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro liegen, statt wie bisher zwischen 2 und 2,5 Milliarden, teilten die Leverkusener am Freitag mit.
Batteriehersteller Varta senkt Jahresziele
Auch der Batteriehersteller Varta kürzt seine Jahresziele aufgrund eingetrübter Konjunkturaussichten und hoher Rohstoff-, Energie- und Transportkosten. Bis 2022 soll der Umsatz nun 880 bis 920 Millionen Euro erreichen,…