18.07.2022 01:42 (18.07.2022 01:50)
Ovsjannikova hatte am Freitag erneut den Angriffskrieg kritisiert © APA/dpa
Nach einem zweiten Protest gegen Russlands Angriffskrieg in der Ukraine wurde die Fernsehjournalistin Marina Ovsiannikova mehreren Berichten zufolge vorübergehend festgenommen. Am Sonntag wurden auf ihrem Telegram-Kanal Fotos gepostet, die angeblich Polizisten beim Einsteigen in einen Kleinbus zeigen sollen. Am Montagabend teilte das Moskauer Bürgerrechtsportal „OVD-Info“ unter Berufung auf seinen Anwalt mit, dass er wieder frei sei.
Ovzyannikova postete am Freitag Fotos von sich vor dem Kreml mit einem Protestplakat. “Putin ist ein Mörder”, stand auf dem Plakat, “seine Soldaten sind Faschisten”. In der Ukraine wurden bereits 352 Kinder ermordet. “Wie viele Kinder müssen noch sterben, bevor du aufhörst?” Es war unklar, wann die Fotos aufgenommen wurden und wie lange Ovsyannikova am Ufer des Moskwa-Flusses war. Die russische Polizei beendet diese Proteste normalerweise innerhalb von Minuten.
Der Mitarbeiter des russischen Staatsfernsehens hielt während einer Live-Übertragung im März ein Protestplakat gegen den Krieg in die Kamera. Es hieß: „Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier lügen sie euch an.“ Aus diesem Grund erlangte der bis dahin als linientreu geltende Verleger weltweite Anerkennung. Gegen Russland wurden Bußgelder verhängt. Nach der Aktion lebte er einige Zeit im Ausland und berichtete der deutschen Zeitung „Welt“.