Stand: 25.05.2022 18:51
In der größten jemals vor einem englischen Gericht eingereichten Sammelklage hat VW eine Einigung akzeptiert: Der Konzern entschädigt rund 91.000 Kläger, die von manipulierten Abgasdaten betroffen waren.
Im Dieselstreit in Großbritannien hat Volkswagen Zahlungen in Höhe von 193 Millionen Pfund (knapp 227 Millionen Euro) an betroffene Kunden akzeptiert. Die Gruppe gab bekannt, dass mit rund 91.000 Klägern in England und Wales eine außergerichtliche Einigung erzielt worden sei.
Vor zwei Jahren räumte die britische Justiz VW-Kunden grundsätzlich ein Recht auf Schadensersatz ein. Der Londoner High Court stellte daraufhin fest, dass VW illegale Software auf in Großbritannien verkaufte Fahrzeuge installiert hatte, um den Schadstoffausstoß bei der Abgasuntersuchung zu reduzieren.
Der Prozess soll voraussichtlich im nächsten Jahr beginnen
Der Fall, der im Januar 2023 vor dem Londoner High Court verhandelt werden sollte, gilt als die größte Sammelklage, die jemals vor einem englischen Gericht eingereicht wurde. Im Rahmen der Liquidation sei kein Schuldanerkenntnis, Kostenverursachung oder Schadensfall erfolgt, betonte der Konzern in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Kläger.
Gleichzeitig entschuldigte sich VW bei seinen Kunden für die Installation der Manipulationssoftware und kündigte an, ihr Vertrauen zurückgewinnen zu wollen.
1,2 Millionen Autos in Großbritannien betroffen
Im September 2015 räumte VW ein, illegale Software in elf Millionen Fahrzeugen weltweit eingesetzt zu haben.
In Großbritannien sind insgesamt 1,2 Millionen Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda betroffen.