Wachau: Nachweis der Wildkatzenpopulation

Umwelt und Klima

Aufnahmen von Wildkatzen, die als ausgestorben gelten, sind nicht nur im Thayatal, sondern neuerdings auch in der Wachau erfolgreich. Es sollte sogar eine eigene Bevölkerung haben. Nun konnte auch der Status „ausgestorben“ überprüft werden.

12.11.2022 16.44

Ab heute, 16:44 Uhr online

Die Wildkatze gilt in Österreich seit Mitte der 1950er Jahre als ausgestorben bzw. verschollen. Tests von Wildkatzen belegen laut einer Aussendung vom Freitag nun eine eigenständige Population in der Wachau. „Der Status als ausgestorben oder vermisst sollte daher überprüft werden“, sprach sich Nationalparkdirektor Christian Übl für eine Änderung der bisherigen Rote-Liste-Kategorie aus.

„Die neuen Wildkatzennachweise in der Wachau und die Langzeitnachweise im Nationalpark Thayatal sind nun auch der wissenschaftliche Beweis dafür, dass es sich beim Wiederauftauchen der Wildkatze nicht um wandernde Einwanderer, sondern um eine lokale Population des Waldviertels bzw subindividuelle Populationen”, sagte der LH-Abgeordnete Stephan Pernkopf (ÖVP). Er bezeichnete die Rückkehr der Tierart „als eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes, insbesondere in Niederösterreich“.

Nationalpark Thayatal Im Nationalpark Thayatal werden seit Jahren immer wieder Wildkatzen gesichtet

„Mehr Beweise denn je“

Seit 2007 läuft ein Forschungsprojekt mit Lockenstäben und der Auswertung von Haarproben. 2021 und im Frühjahr 2022 gab es laut Übl „mehr Nachweise im Nationalpark Thayatal als je zuvor“. Insgesamt 13 Mal konnten die Forscher mit ihren Fotofallen Wildkatzen im Thayatal dokumentieren. Aufgrund der unterschiedlichen Hautzeichnungen konnten zwei verschiedene Individuen unterschieden werden, was auch durch die genetische Analyse der Senckenberg-Wildtiere in Deutschland bestätigt wurde. In der Wachau wurde eine Wildkatze mit Jungtieren fotografiert. Bisher wurden durch genetische Analysen insgesamt sieben verschiedene Individuen identifiziert.

Auch im Nationalpark Thayatal wird die Wildkatze immer mehr zum Besuchermagneten, denn auch die Staffel forderte ihren Tribut: 1.908 Schulkinder und ihre Lehrer waren in diesem Jahr zum Wildkatzencamp eingeladen. Mit 4.642 Übernachtungen wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Die mit 450 m2 größte Wildkatzenanlage Österreichs mit den Zoowildkatzen Frieda und Carlo befindet sich direkt neben dem Nationalparkhaus. Eine neue Aussichtsplattform wurde gebaut.

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