Waffen im Fokus des Terrorprozesses

Zwei der Angeklagten, die dem Mörder bei der Beschaffung von Waffen geholfen haben sollen, wurden am Donnerstag vernommen. Am Dienstag ging es erneut um die Frage, wie er an Munition kommen wolle. Der erste Angeklagte, 23 Jahre alt, wurde vernommen. Dem Kosovaren wird vorgeworfen, im Juli 2020 mit dem späteren Killer in die Slowakei gereist zu sein, um Munition für ein AK-47-Sturmgewehr zu kaufen, wie es bei dem Anschlag zum Einsatz kam.

Kollege von der Sicherheitsfirma

Der 23-Jährige sagte aus, er habe den Mörder nach seinem Job bei einer Sicherheitsfirma kennengelernt. Sie hatten sich ein paar Mal gesehen, aber sie waren keine Freunde. Er hat sich gerade im Sommer 2020 ein neues Auto gekauft. Der Mörder rief ihn später an und fragte, was er da mache. Da er im Urlaub war, seien sie “ein paar Runden gefahren”. Der Mörder schlug ihm dann vor, in ein Einkaufszentrum in der Tschechischen Republik zu gehen. Da ihm das zu weit war, ließen sie sich in Bratislava nieder.

“Ich habe nichts gekauft”

Dort gingen die beiden in ein Einkaufszentrum. Der hintere Attentäter sah sich in einer Waffenkammer um. Der Angeklagte wurde zweimal von Mitarbeitern über die geltende Maskenpflicht informiert, da er keine Maske dabei hatte, verließ er den Laden für „zwei bis fünf Minuten“, um in einer Apotheke eine Maske zu kaufen.

Als er zurückkam, war der Mörder noch im Geschäft. Sie verabschiedeten sich und gingen. Der 23-Jährige fragte ihn daraufhin, was er in dem Geschäft wolle. “Nichts. Ich habe nichts gekauft”, antwortete er.

Mobiler Reset in Tatnacht

Der Angeklagte wurde auch gefragt, warum er am 2. November 2020, nur wenige Stunden nach dem Angriff, sein Handy neu gestartet habe. Am Abend des 2. November – kurz nach dem Anschlag, aber bevor er davon erfuhr – sah er in den sozialen Netzwerken ein Bild des Killers, damals mit Freunden in einer Bar, auf dem er mit Waffen posierte. Daraufhin habe er ihm zunächst geschrieben und ihn dann mehrmals angerufen, um den Mörder zu fragen, warum er mit Waffen posiere, und ihn zu bitten, das Foto zu löschen.

Erst dann erfuhr er von dem Angriff und sah ein Video, in dem ihn der Killer an seinen Bekannten erinnerte. Auf dem Heimweg fürchtete er wegen der Anrufe eine Hausdurchsuchung, setzte sein Handy auf Werkseinstellungen zurück und versteckte es im Kofferraum seines Autos.

SMS: „Raid vorbereiten, reparieren“

Kurz vor Mitternacht am Abend des Anschlags schrieb er einem der anderen Verdächtigen: “Macht euch bereit, greift schnell an.” Dies bedeutete jedoch “mentale Vorbereitung”, nicht etwas zu arrangieren oder zu verbergen. Der 23-Jährige schrieb dem anderen Angeklagten, weil er ihn mehrmals mit dem Killer gesehen hatte.

Ein Video der Terrorgruppe Boko Haram, das der Angeklagte 2020 weitergeleitet hatte, habe er nur weitergeleitet, weil „es nicht lächerlich sein kann“. Er bekannte sich schuldig, Propagandamaterial verbreitet zu haben.

Auch die Mitbewohner des Killers wurden befragt

Der vierte Angeklagte, ein 28-Jähriger, der den Mörder bei der Planung unterstützte und Waffen und Munition für den Mord bereitgestellt haben soll, wurde vernommen. Laut Staatsanwaltschaft intensivierte sich der zuvor lose Kontakt zwischen diesem Angeklagten und dem Mörder nach einem Treffen Mitte Juli 2020. An diesem Treffen nahmen auch ein inzwischen verurteilter deutscher Prediger und mehrere von den Schweizer Behörden beobachtete Männer teil. Außer dem späteren Killer habe er zum ersten Mal alle in der Gruppe gesehen, sagte der 28-Jährige.

Allerdings habe er bei diesem Treffen mit dem Killer nur über “Nebensächlichkeiten wie Training” gesprochen. Generell drehten sich “maximal zehn Prozent der Gespräche” um Religion. Die Anklage wirft dem 28-Jährigen vor, den Mord gemeinsam mit dem Mörder in seiner Wohnung geplant zu haben. Anfang Oktober 2020 sei der Angeklagte in die Wohnung des Mörders eingezogen, sagte er aus. Der Mörder lebte zu dieser Zeit bei seinen Eltern und bat ihn nicht um Geld.

Hast du nichts von den Vorbereitungen mitbekommen?

Waffen und Munition seien nicht in der Wohnung gelagert worden, sagte der Angeklagte. In dieser Zeit kam der Killer einmal vorbei und die beiden redeten ein paar Minuten miteinander. Etwa drei Wochen später zog er aus, als Grund gab er an, dass er nach Schwierigkeiten in seiner Ehe sowie Problemen mit dem Jugendamt „zur Vernunft gekommen“ sei, weshalb er überhaupt erst zu den Eltern gezogen sei und dann. mit seiner Frau

Zuletzt sei er am 1. November, dem Tag vor dem Anschlag, in der Wohnung des Mörders gewesen, sagte der Angeklagte zu Viert. Auswertungen seiner Handydaten ergaben auch, dass sie sich in der Wohnung aufgehalten hätten. Der Grund dafür war, dass er dort am Vortag seine Wäsche gewaschen hatte und sie nun abgeholt hatte. Er sah weder den Mörder noch eine Vorbereitung des Verbrechens.

DNA-Spuren auf Mordwaffen

Nach dem Mord fanden Abklärungen der Ermittlungsbehörde DNA-Spuren des Angeklagten sowohl in der Wohnung als auch an dem bei der Tat eingesetzten Sturmgewehr, der Machete und vielen anderen Gegenständen, die der Mörder bei sich trug. “Ich habe diese Dinger nie berührt, ich habe sie nie gesehen”, sagte der Angeklagte.

Die Analyse seiner Handydaten ergab auch, dass es während des Angriffs ausgeschaltet war. Der Angeklagte begründete dies damit, dass er ins Fitnessstudio gegangen sei und die Batterie gestorben sei. Ich kann mich nicht an den Namen des Studios erinnern. Dem 28-jährigen österreichischen Staatsbürger, der in Afghanistan geboren wurde, wird zudem die Verbreitung von Propagandainhalten vorgeworfen. Er leitete Inhalte aus einer Telegram-Gruppe an seine Frau weiter, damit sie sie übersetzen konnte. „Ich hatte nie die Absicht, Propaganda zugunsten des IS zu verbreiten“, sagte der Angeklagte.

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