Wagenknecht kritisiert die neue Parteiführung; Pellmann denkt an den Ruhestand

Deutschland links

„Nach diesem Parteitag gibt es fast keine Hoffnung mehr“, sagt Wagenknecht

Stand: 26.06.2022 | Lesezeit: 2 Minuten

Sahra Wagenknecht sagt ihrer Partei eine traurige Zukunft voraus

Quelle: dpa / Britta Pedersen

Die Politik der Linken Sahra Wagenknecht ist nach dem Parteitag nicht zufrieden. Er kritisiert die Neuausrichtung scharf. Der Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann will nach seiner Wahlniederlage zurücktreten.

Die frühere Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat das Ergebnis des Linksparteitags in Erfurt scharf kritisiert. „Nach diesem Parteitag gibt es wenig Hoffnung, dass die Linke ihren Niedergang stoppen kann“, sagte Wagenknecht am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Verantwortlich für die Wahlniederlagen waren die beiden von der Partei gewählten Präsidenten Janine Wissler und Martin Schirdewan. „Mir ist schleierhaft, wie eine Partei, die derzeit bei vier Prozent steht, diese Liste zurückbekommen will“, kommentierte Wagenknecht. „Der Parteitag hat ausdrücklich beschlossen, so weiterzumachen, und wird es wohl auch bei den nächsten Wahlen wie in den vergangenen Jahren weitermachen.“ Viele Abgeordnete haben das Gefühl: “Never change a lossing team.”

Wagenknecht ließ die Konsequenzen offen. Sie kündigte nur an: „Wir werden uns darauf einigen, wie wir darauf reagieren. Eine Überlegung ist, zunächst ein organisiertes Netzwerk auf der Grundlage des ‚Aufrufs für eine populäre Linke‘ zu schaffen und auf einer größeren Konferenz zu diskutieren, ‚was als nächstes passiert‘ “.

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Der Bundestagsabgeordnete Sören Pellmann denkt hingegen über die persönlichen Konsequenzen nach. „Ich werde in den kommenden Tagen darüber nachdenken, was das für meine weitere Arbeit bedeutet, sowohl in der Bundestagsfraktion als auch in meinem kommunalpolitischen Engagement“, sagte Pellmann der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Frage, ob er plane, aus der Fraktion auszuscheiden, bekräftigte er: „Ich werde in den nächsten Tagen alle Optionen durchdenken.“

Pellmann hatte sich um einen Posten in der Doppelspitze der Partei beworben, erhielt aber nur 31,7 Prozent der Delegiertenstimmen. Gewählt wurde Europapolitiker Martin Schirdewan (61,3%), der künftig mit Janine Wissler ein Führungsduo bilden wird. Pellmann betonte: „Ich habe mit meinem Angebot auf dem Parteitag nicht die Mehrheit bekommen. Leider habe ich nicht einmal ein knappes Ergebnis erzielt.“ Da er über seinen zukünftigen Job nachdenkt, kandidiert er nicht für ein anderes Amt in der Partei. Exekutivkomitee.

Der 45-Jährige verteidigte seinen Wahlkreis bei der Leipziger Bundestagswahl im September 2021, eine von drei Direktwahlen, die der Linken den Einzug ins Parlament mit Fraktionsstärke sicherten. Die anderen beiden gewannen Gesine Lötzsch und Gregor Gysi in Berlin.

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Sollte Pellmann aus dem Bundestag ausscheiden, hätte das wohl keine direkten Folgen für den Bestand der Fraktion: Entscheidend sei die Zahl der Direktmandate am Wahltag, nicht im Laufe der Legislatur, so Fraktionskreise. .

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