Wahlen zur BP: FPÖ beruft Walter Rosenkranz

von. – 13.07.2022 06:27 (akt 13.07.2022 06:27)

Walter Rosenkranz kandidiert bei der Bundespräsidentenwahl für die FPÖ. © APA / HELMUT FÖHRINGER

Volksanwalt Walter Rosenkranz kandidiert für die FPÖ bei der Bundestagswahl 2022. Kickl, einstimmig.

Am Mittwoch stellt der FPÖ-Chef die – überraschenderweise – Hofburg-Aspiranten auf einer Pressekonferenz vor.

Rosencrantz ist der Kandidat der FPÖ für die BP-Wahlen 2022

Rosencrantz gehörte für das schwierige Rennen gegen Amtsinhaber Alexander Van der Bellen nicht zu den Favoriten. Benannt wurden Verfassungssprecherin Susanne Fürst (laut Kickl eine „ganz heiße Partei“) und zuletzt Petra Steger, Nationalrätin und Tochter des altliberalen Norbert Steger. Auch “Krone”-Kolumnist und Jurist Tassilo Wallentin sprang ein und prüft laut oe24.at nun seine eigene unabhängige Kandidatur.

Die Kür von Rosenkranz verlief jedoch recht flott und ohne Gegenstimmen: Knapp 45 Minuten dauerte die fast vollständige Sitzung des Parteipräsidiums (nur ein Mitglied fehlte laut Kickl), hieß es in der Aussendung der FPÖ. „Alle Teilnehmer der Versammlung haben sich zu Wort gemeldet und einstimmig für Dr. Walter Rosenkranz gestimmt“, erklärte der Parteivorsitzende.

Der Jurist aus Niederösterreich, der am 29. Juli 60 Jahre alt wird, war von 2008 bis 2019 Nationalratsabgeordneter und von 2017 bis 2019 geschäftsführender Präsident des FPÖ-Klubs. Zudem war er Landesvorsitzender der FPÖ-Unteren Landespartei Österreich von 2013 bis 2019. Er ist seit 1. Juli 2019 Ombudsmann.

Der Kremser ist übrigens nicht verwandt mit Barbara Rosenkranz, die 2010 bei der FPÖ für die Hofburg kandidierte und mit 15,24 Prozent damals das schwächste Ergebnis der mittlerweile sechs liberalen Kandidaten holte. Auch Walter Rosenkranz dürfte es nicht leicht haben. Einerseits sitzt Van der Bellen fest im Stuhl. Auf der anderen Seite wollen mindestens zwei weitere Kandidaten antreten, deren Programm inhaltlich liberalen Ansichten ähnelt: So kritisierte der frühere BZÖ-Politiker Gerald Grosz Corona-Maßnahmen und Sanktionen gegen Russland ebenso wie der MFG-Listenführer. Impfkritiker Michael Brunner.

Rosencrantz könne ein „respektables Ergebnis“ schaffen.

Die Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle sieht jedoch gute Chancen, dass der bekannte und moderate Rosenkranz ein „respektables Ergebnis“ erzielen werde. Ein Erfolg bei der Bundespräsidentenwahl läge bei mehr als 20 Prozent, also mehr als dem Wert, bei dem die FPÖ aktuell in den Umfragen liege, sagte er der “ZiB2”. Er hält es “aus heutiger Sicht für unwahrscheinlich”, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt, weil Amtsinhaber Van der Bellen unter 50 Prozent bleibt. Für die FPÖ seien Rosenkränze jedenfalls eine “sichere Option”, sagte der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier im ORF-“Bericht”. Denn aus Parteisicht gehe es nicht vor allem um das Wahlergebnis, sondern darum, dass die Positionen der FPÖ „über Wochen und Monate auf der offenen Medienbühne präsentiert werden können“. Und das ist beim Politprofi Rosencrantz garantiert.

An das Ergebnis des letzten blauen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer wird Rosencrantz laut Politikwissenschaftlern nicht einmal annähernd heranreichen. 2016 erreichte sie im ersten Wahlgang 35,05 Prozent und im zweiten Wahlgang 46,21 Prozent.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *