Waldbrand im Harz unter Kontrolle: Die Aktion geht weiter

Harzer Brände

Waldbrand im Harz unter Kontrolle: Die Aktion geht weiter

Aktualisiert: 17.06.2022, 17:53 | Lesezeit: 4 Minuten

Feuerwehrleute löschen einen Waldbrand im Hochharz.

Foto: Matthias Bein / dpa

Blankenburg. Die Feuerwehr bereitet sich auf einen langen Einsatz vor. Das Feuer könnte immer wieder Feuer fangen. Mehr als 100 Feuerwehrleute waren bisher im Einsatz.

Ein Brand am Trecktal im Oberharz ist unter Kontrolle, droht aber aufgrund von Trockenheit und hohen Bodentemperaturen immer wieder auszubrechen. Die Feuerwehr gehe von einem Einsatz bis Sonntag aus, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Harz am Freitagnachmittag. Das schwer zugängliche betroffene Gebiet hat derzeit eine Fläche von 6,5 Hektar, was etwa neun Fußballfeldern entspricht.

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

  • Im Harz wütet ein Waldbrand

    Im Harz ist ein Feuer ausgebrochen: Auf dem Brocken stehen fünf Hektar Wald in Flammen. Foto: Matthias Strauss

Zwei Helikopter mit Feuerlöschern versuchten, den Boden mit Wasser zu kühlen. Den Messungen zufolge herrschten Temperaturen von bis zu 200 Grad vor. Berichten zufolge zogen 140 Feuerwehrleute nach oben, am Nachmittag waren es noch etwa 50. Die Hoffnung ist, dass in der Nacht, wenn die Temperaturen sinken, eine Feuerwache ausreicht. Am Wochenende werden besonders hohe Temperaturen und ein erneuter Glutausbruch erwartet.

Die Ermittlungen zur Brandursache haben begonnen, sagte ein Polizeisprecher. Es werden Spuren einschließlich Luftbilder ausgewertet. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es schwierig ist, die Ursache eines Brandes in einem so großen Gebiet zu bestimmen. Das Feuer brach nach Mitternacht aus.

Für den Harz gilt Waldbrandstufe 4

Die Einsatzkräfte hatten zunächst mit Schwierigkeiten zu kämpfen: „Aufgrund der schlechten mobilen Erreichbarkeit konnte das Feuer nur auf schmalem Weg eingedämmt und gestoppt werden“, schrieb die Feuerwehr auf Facebook. Eine Brandmauer wurde geschnitten, um das Feuer zu stoppen. Die Straße zwischen Elbingerode und Heimburg war wegen des Brandes gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet.

Seit Freitag gilt im Landkreis Harz die zweithöchste Waldbrandwarnstufe. Bereits im Frühjahr hatte es im Harz mehrere Brände gegeben. Ende April kam es am Brocken im Nationalpark Harz zu einem Großbrandeinsatz. Die Wälder dort wurden in den vergangenen Jahren immer wieder von Käferplage, Trockenheit und Stürmen heimgesucht.

Wegen der Dürre sprachen sachsen-anhaltische Behörden zuletzt von deutlich mehr Einsätzen als in den Vorjahren. Bis 2022 gab es im Bundesstaat 33 Brände, sagte eine Sprecherin des Forstministeriums am Freitag. Betroffen war eine Gesamtfläche von 15 Hektar. Im vergangenen Jahr zählte das Ministerium 39 Brände auf insgesamt 22 Hektar. Im Jahr 2020 zerstörten 54 Brände nur 9 Hektar. Das Jahr 2018 ist mit 171 Bränden auf 113 Hektar weiterhin ein untypischer Negativwert.

Für viel Geld wurde das Waldbrandfrühwarnsystem modernisiert

„Im Zuge des Klimawandels wird die Gefahr von Waldbränden zunehmen“, schrieb kürzlich ein Sprecher des Forstministeriums in Magdeburg. Ob ein Waldbrandsommer wie 2018 bevorstehe, bleibe abzuwarten, sagte der Sprecher. Zeit spielt eine entscheidende Rolle.

In den letzten Jahren wurde in mehreren Bundesländern ein Netzwerk zur automatisierten Früherkennung aufgebaut. „Wir sind sensibler geworden“, sagte der Landesfeuerwehrverband Sachsen-Anhalt kürzlich über den bundesweiten Ausbau des automatisierten Waldbrandüberwachungssystems „Fire Watch“.

Sachsen-Anhalt unterhält ein automatisches Waldbrandmeldesystem. Nach Angaben des Ministeriums wurde es in den letzten zwei Jahren für rund 1,6 Millionen Euro modernisiert. In diesem Zusammenhang wurde die Elektronik der 15 bestehenden Sensorstandorte grundlegend ersetzt und erneuert. Sensoren erkennen beispielsweise die Rauchentwicklung in einem Umkreis von bis zu 15 Kilometern.

Nach Angaben des Landesumweltministeriums wird die Waldbrandsaison bis zum 30. September verlängert. Mit einer absoluten Waldfläche von 532.480 Hektar und einem Waldanteil von 26 Prozent gehört Sachsen-Anhalt zu den waldärmsten Bundesländern Deutschlands.

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