Katastrophen Sächsische Schweiz
Ein Teppich aus Luftschaum soll den Verlauf der Brandbekämpfung verändern
Stand: 12:06 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Granaten und alte Munition verzögern die Löscharbeiten
Waldbrände in Brandenburg, Sachsen und Tschechien halten Feuer und Militär tagelang in Schach. Munitionskontaminierte Bereiche verursachen ebenfalls Probleme. Hier kann nur aus der Luft oder aus großer Entfernung gelöscht werden.
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Nach einer Woche brennt in der Sächsischen Schweiz immer noch eine Fläche von der Größe Helgolands. Eine Luftschaummatte soll Schlimmeres verhindern. Unterdessen stabilisiert sich die Lage in Brandenburg.
Eine Woche nach Ausbruch des Waldbrandes in der Sächsischen Schweiz gehen die Löscharbeiten weiter. Bis Montag soll die Glut eingedämmt sein, wie der Pressesprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz und Erzgebirge, Thomas Kunz, am Montag mitteilte. Der Boden wird umgedreht und ein Teppich aus Luftschaum ausgebreitet. Auf diese Weise müssen Barrieren gebildet werden, damit sich das Feuer nicht auf die Humusschicht ausbreitet.
Die geplanten Standorte liegen im Großen Winterberg und im Zschandgebiet. Auch ein Drohnenflug bestätigte am Sonntagabend einen mutmaßlichen Brandort. Dort werden die Helikopter morgens eingesetzt.
Etwa 200 Feuerwehrleute mit 50 Fahrzeugen sind im Einsatz. Morgens kommen laut Kunz 150 weitere hinzu, tagsüber sind insgesamt etwa 550 Personen im Einsatz. Die Bundeswehr unterstützt die Löscharbeiten. Außerdem werden Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Montag das Waldbrandgebiet besuchen.
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Das Feuer brach vor einer Woche im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien aus und breitete sich am vergangenen Montag auf den Nationalpark Sächsische Schweiz aus. Mittlerweile ist eine Fläche von etwa 150 Hektar betroffen, eine Fläche so groß wie die Insel Helgoland.
Die Situation in Brandenburg stabilisiert sich
Knapp eine Woche nach Ausbruch eines Waldbrandes im südlichen Brandenburg schätzen die Behörden die Lage als stabil ein. Der Landkreis Elba-Elster teilte am Sonntagabend in Herberg (Elster) mit, weitere Lockerungen vorgenommen zu haben. „Die Glut, die noch da ist, wird separat bekämpft.“ Ein Löschhubschrauber der Bundeswehr kommt seit Samstag nicht mehr zum Einsatz. Das Grenzgebiet zu Sachsen soll den Angaben zufolge weiterhin von den Einsatzkräften “eng kontrolliert” werden. Die letzte Sorge war, dass die Glut das Feuer wieder entfachen könnte.
Das Feuer brach am vergangenen Montag aus und breitete sich schnell auf etwa 800 Hektar aus, eine Fläche, die etwa viermal so groß ist wie Monaco. Nach Angaben des Bezirks kämpften die Einsatzkräfte am Sonntagnachmittag weiter gegen 500 Hektar Glut. Eine kleine Hilfe ließ es Samstagnacht regnen. Auch die Schaffung von Schutzstreifen half, die Situation zu entschärfen. “Es wurde alles gegen ein erhebliches und unkontrollierbares Ausbreitungsrisiko unternommen.” Wie ein Sprecher der Feuerwehr am Montagmorgen sagte, sind derzeit rund 200 Einsatzkräfte vor Ort.
Die wegen der Löscharbeiten gesperrte Bundesstraße 183 zwischen Kötten und Marxdorf wird am Montagmorgen wieder freigegeben. „Wir sind noch vorsichtig“, sagte eine Sprecherin des Kreises am Abend der Deutschen Presse-Agentur. Auch in den nächsten Tagen war die Feuerwehr im Brandgebiet im Einsatz.