Warnung in Hamburg und anderen Häfen geht weiter Weitere Nachrichten aus Hamburg

Stand: 14.07.2022 21:04

In deutschen Häfen gibt es einen dritten Streik in wenigen Wochen. Erste Entscheidungen der Arbeitsgerichte bestätigen den 48-Stunden-Streik. Ein Vergleich wurde in Hamburg durchgeführt.

Hamburger Hafenunternehmen hätten den 48-stündigen Streik am liebsten sofort vor dem Arbeitsgericht beendet, sie hatten kurzfristig um einstweilige Vorsorgemaßnahmen gebeten. Bei der Anhörung am Donnerstag stellte sich heraus, dass das Gericht Zweifel hatte, ob alle Formalitäten erledigt waren, als die Arbeiter beschlossen, in den Streik zu treten. Das Ergebnis: ein Vergleich. Der zweitägige Streik, der bis Samstagmorgen andauert, kann bis zum Ende andauern, dann sind aber neue Streiks bis zum 26. August ausgeschlossen. In Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven wurde der Streik erstinstanzlich von den zuständigen Gerichten bestätigt.

12.000 Beschäftigte in den Seehäfen

Rund 12.000 Menschen arbeiten in deutschen Häfen, von Hamburg über Bremerhaven bis Brake. Und überall ruhen die Arbeiten seit Beginn der ersten Schicht am Donnerstag. Bis dahin werden die Schiffe wohl nicht mehr bearbeitet. Doch Hafenbetriebe wollen sich nach NDR 90.3-Informationen gegen den Streik wehren. Beim Arbeitsgericht Hamburg sind mehrere Anträge auf einstweilige Sicherungsmaßnahmen eingegangen. Die Verhandlungen laufen ab 14 Uhr.

Möglicherweise der längste Streik der letzten 40 Jahre

„Stoppt das Inflationsmonster“, hieß es auf Plakaten und Flugblättern, die am Mittwoch an Hafenunternehmen verteilt wurden. Und es betrifft nicht nur große Containerterminals, sondern auch Stauereien und den Stückgutumschlag. Für Freitag ist dann eine große Kundgebung in Hamburg angesetzt, bei der auch Mitarbeiter aus anderen Häfen erwartet werden. Die genaue Route ist noch unklar. Der Streik soll von Donnerstagmorgen bis Samstag um 6 Uhr dauern. Es wäre die längste seit über 40 Jahren.

VIDEO: Der Streik im Hamburger Hafen hat begonnen (2 min)

Es sind bereits sechs Verhandlungsrunden

Hintergrund ist der aktuelle Tarifkonflikt. In der sechsten Verhandlungsrunde verbesserten die Arbeitgeber ihr Angebot erneut und boten bis zu 12,5 Prozent verteilt auf zwei Jahre an. Ver.di fordert mindestens einen Inflationsausgleich, und das für alle Mitarbeiter. Schon vor Bekanntgabe des Streiks hatten Arbeitgeber vor einer neuen Eskalation gewarnt. Verhandlungsführerin Ulrike Riedel sagte NDR 90,3, dass mit immer mehr Schiffen vor den Häfen gestrandet würden. „Die Lieferketten sind extrem angespannt“, sagte Riedel. Christian Baranowski, Vorsitzender des HHLA-Betriebsrats, erklärte: „Der Grund dafür ist, dass der Arbeitgeber nicht mehr bereit ist, sozial mit uns zusammenzuarbeiten.“ Die Hafenarbeiter haben in den letzten zwei Jahren alles gegeben. „Wir wollen jetzt unseren Teil dazu beitragen“, sagte Baranowski.

AUDIO: Der Warnstreik im Hafen wird mit einem gerichtlichen Vergleich fortgesetzt (2 min)

versuchen, Mittwoch zu vereinbaren

Am Mittwoch starteten die Tarifparteien einen neuen Einigungsversuch. Nach Informationen von NDR 90,3 endeten die Gespräche am Abend vergeblich. „Es gibt keine Einigung“ und die Gesprächsrunde sei beendet, sagte ein Sprecher des Zentralverbands Deutscher Hafenunternehmen (ZDS) am Mittwochabend nach mehr als achtstündigen Verhandlungen mit der Gewerkschaft Ver.di.

Häfen weitgehend gelähmt

Vor knapp drei Wochen legten Hafenarbeiter mit Beginn der ersten Schicht mit einem 24-Stunden-Warnstreik die Abfertigung von Container- und Frachtschiffen in großen deutschen Nordseehäfen weitgehend lahm. Betroffen waren die Häfen Hamburg, Emden, Bremen, Bremerhaven, Brake und Wilhelmshaven. Davor gab es viele Jahre lang keine Arbeitsniederlegungen bei Stauern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 aktuell | 14.07.2022 | 14 Uhr

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