Warum der Euro unter 1,06 US-Dollar fällt

Der Euro schwächelte am Freitag weiter und fiel unter 1,06 Dollar.

Am Mittag fiel der Euro auf 1,0586 US-Dollar. Es kostete einen halben Cent weniger als das Tagesmaximum und das erst vor zweieinhalb Wochen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Donnerstagnachmittag mit 1,0743 US-Dollar einen deutlich höheren Referenzkurs festgelegt.

Marktteilnehmer erklärten die Kursverluste des Euro in der gedrückten Börsenstimmung. Infolgedessen wurde der US-Dollar als sichere Hafenalternative gedrängt, während viele andere Währungen unter Druck gerieten. Ansonsten hielten sich die Impulse in engen Grenzen.

Der Euro hatte sich bereits am Donnerstagabend deutlich abgeschwächt, obwohl die EZB eine sehr klare Aussage zur erwarteten Zinswende gemacht hatte. Die Zentralbanken wollen im Juli erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt die Leitzinsen anheben. Grund ist die hohe Inflation. Es könnte sogar eine große Zinserhöhung im September geben. Danach sollte die Straffung von der Wirtschaftslage und der Inflation abhängen.

Auch die Geldpolitik steht am Nachmittag im Fokus, allerdings in den USA. Die Verbraucherpreise sind wohl die wichtigsten veröffentlichten Daten, an denen die US-Notenbank ihren Kurs ausrichtet. Die Inflation dürfte zwar leicht sinken, aber mit über acht Prozent hoch bleiben. Die Federal Reserve hat sich vor der EZB zur Bekämpfung der Inflation verpflichtet und ihre Zinsen bereits deutlich angehoben.

/bgf/jsl/stk

FRANKFURT (DPA-AFX)

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