Warum müssen Bauarbeiter bei 35 Grad arbeiten?

Heute kann es vielerorts über 35 Grad betragen. Für Bauarbeiter gibt es keine kostenlose Wärme. Sie sollten zum Ärger aller Beteiligten in der Sonne geschmort werden.

Bauarbeiter bei der Grundsteinlegung zu Beginn des Baus der zweiten Röhre des Tunnels der Straße San Gotard. – Schlüsselschlüssel

Ankündigungen

das Wesentliche zusammengefasst

  • Wenn das Thermometer 35 Grad erreicht, wird die Arbeit im Freien zur Qual und Gefahr.
  • Doch im Arbeitsrecht haben Arbeitnehmer keinen Anspruch auf eine Hitzepause.
  • Heiße Tage haben es vor allem für die Baubranche nicht leicht.

Am Basler Rheinknie hat das Thermometer heute 37 Grad erreicht. Anderswo in der Schweiz dürften die Temperaturen lokal über 35 Grad steigen. Wer kann, kühlt ab. Aber Bauarbeiter schauen auf die Röhre.

„In der Schweiz gibt es kein Recht auf Hitzefreiheit. Außer in der Ecke Tessin. Da gibt es eine Lösung für den Strassenbau», sagt Christian Capacoel, Kommunikationschef der Gewerkschaft Unia. «Sollte Meteo Schweiz an drei aufeinanderfolgenden Tagen Hitzewarnstufe 3 aussprechen, werden die Arbeiten täglich um 13 Uhr eingestellt.»

Gefahrenstufe 4 gilt ab morgen auch im Tessin.

Ein Arbeiter ist in einem Theaterstück zu sehen. – Schlüsselschlüssel

Doch wie werden Bauarbeiter bei dieser Hitze geschützt?

„Bauunternehmen haben einschlägige Erfahrung und rüsten sich von Anfang an für heiße Tage“, erklärt Matthias Engel, Mediensprecher des Baumeisterverbandes Schweiz.

„Jeder Unternehmer entscheidet täglich mit seinem Team, welche Arbeiten technisch, wirtschaftlich und gesundheitlich sinnvoll zu erledigen sind.“ Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben in jedem Arbeitsschritt höchste Priorität.

Komplizierte Anforderungen

Früher sei Hitze ein Nebenproblem gewesen, sagt Engel. Denn Sie könnten die Arbeit auf kühlere Stunden verschieben.

Sollen Bauarbeiter die Hitze entlasten?

87%

Ja, alles andere ist unmenschlich.

1

Ja, alles andere ist unmenschlich.

13%

Nein, sie müssen nur zwischendurch abkühlen.

2

Nein, sie müssen nur zwischendurch abkühlen.

„Bauarbeiter und Handwerker begannen ihren Arbeitstag um 5 Uhr morgens. Sie arbeiteten – mit kurzen Pausen – bis zum frühen Nachmittag und gingen dann ins Schwimmbad. Allerdings sind diese flexiblen Arbeitszeiten heute kaum noch möglich.

Ein Bauarbeiter trinkt aus einer Flasche Wasser. Dieser Bauarbeiter kühlt sich unter einem Wasserhahn ab.

Engel erklärt das Dilemma: „2022 müssen Bauteams froh sein, wenn sie ihre Arbeit vor 7 Uhr morgens beginnen dürfen.“ Städte mit hoher Bautätigkeit wie Zürich, Basel oder Bern würden „lärmende Bauarbeiten“ vor 7 Uhr verbieten. “Außerdem gibt es in der Mittagspause oft Ruhezeiten von mehr als einer Stunde.”

Der Landesrahmenvertrag sollte die Regeln klarer definieren

Der Landesmantelvertrag (LMV) soll der hitzigen Debatte Abhilfe schaffen. Unia-Sprecher Capacoel: „Wir fordern klare Bauvorschriften, wann die Arbeiten einzustellen sind. Andererseits fordern die Baumeister eine Deregulierung des Arbeitstages am Bau“.

Demonstration von Bauarbeitern zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Zürich am Samstag, 25. Juni 2022. – Keystone

Doch was können Bauarbeiter tun, wenn sich der Chef nicht an die Vorgaben hält?

Capacoel: „Ohne klare Regelungen auf kollektiver Ebene wie im LMV fällt die Rolle des Klägers dem einzelnen Arbeitnehmer zu. Er muss nachweisen können, dass die Richtlinien und Empfehlungen ignoriert werden.“

Dazu sollte der Betroffene Beweise sammeln und den Arbeitgeber direkt konfrontieren oder dies der Arbeitsaufsichtsbehörde melden. Sie sind zu große Hindernisse, sagt Capacoel.

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Unia Meteorologische Union

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