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Noch immer schwebt das Damoklesschwert einer russischen Tankstelle über Vorarlberg. Der Bundesverband der Industrie hat bereits vor möglichen Folgen gewarnt. Doch was passiert eigentlich in Vorarlberg, wenn das Gas nicht mehr fließt? Der ORF Vorarlberg sprach mit Wirtschaftswissenschaftler Michael Böheim vom Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO).
05.07.2022 12.35
Online seit gestern, 12.35 Uhr.
Wenn nicht plötzlich mehr Gas aus Russland gebürstet würde, würden die Anlagen nicht von einer Sekunde auf die andere stehen bleiben, sagt Böheim, denn natürlich gibt es Reserven. Außerdem könnten Unternehmen untereinander Gas verkaufen. Das funktioniert aber nur, wenn die Bundesregierung Maßnahmen zur Energiesteuerung ergreift, etwa Rationierungen.
IV-Betriebe bereiten sich auf einen Gasausfall vor
„Schock für die Wirtschaft“
Ein Gasstillstand wäre ein Schock für die Wirtschaft, sagt Böheim. Es könnte lokale Blockaden erreichen, wie bei der CoV-Pandemie. Unternehmen könnten aufhören, was zu Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit führen kann. Natürlich wären auch die Verbraucher betroffen, das Leben würde noch teurer, da auch in der Verpackung viel Energie steckt. Der WIFO-Experte geht zudem davon aus, dass sich Konsumverhalten und Lebensstil ändern werden. Es werde Einschnitte geben müssen, sagt Böheim.
Das Gasproblem könne nur politisch gelöst werden, so Böheim weiter. Gaslieferverträge mit Russland machen deutlich: Österreich muss weiter zahlen, auch wenn Russland kein Gas mehr liefert. Sehr seltsam, so Böheim, aber eine Facette der Gasproblematik.
Alarmstufe ist nicht deklariert
Österreich wird vorerst keine Alarmstufe bei der Gasversorgung ausrufen. Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) sagte am Dienstagnachmittag auf einer Konferenz, dass die Erdgasspeicherung in den vergangenen Tagen wieder zugenommen habe. Auch die Regulierungsbehörde E-Control weist darauf hin, dass die Inlandsversorgung derzeit gewährleistet ist.
Unternehmen sollten auf Öl umsteigen
Gewessler appellierte jedoch an Unternehmen und die Öffentlichkeit. Großverbraucher wie Industrie und Kraftwerke werden aufgefordert, so weit wie möglich auf alternative Energieträger, vor allem Öl, umzusteigen. Alle in Österreich lebenden Menschen sollten sich auf die kommende Heizperiode vorbereiten und dabei helfen, Strom und Gas zu sparen, sagte Gewessler am Dienstag auf einer Pressekonferenz, mehr auf ORF.at.