Was Mieter jetzt in der Gaskrise wissen müssen

Stromversorgung – Was Mieter jetzt in der Gaskrise wissen müssen

Ds. 25.06.22 | 12:00 Uhr | Per Hasan Gokkaya

dpa/Dwi Anoraganingrum

Video: rbb|24| 25.06.2022 | Material: Nachtshow rbb24, rbb24 aktuell Brandenburg | Bild: dpa/Dwi Anoringrum

Davon ist noch wenig zu spüren, aber höhere Gaspreise werden auch an die Endverbraucher weitergegeben. Einige kommen vielleicht etwas besser weg als andere, besonders für Mieter, jetzt ist es an der Zeit, Geld beiseite zu legen. Von Hasan Gokkaya

Spätestens mit der Aktivierung der zweiten Phase des Gasnotfallplans ist klar, dass Gas in Deutschland ein knappes Gut ist. Und da viele Wohnungen in Berlin und Brandenburg damit heizen, ist auch klar, dass Endverbraucher mit drastischen Preiserhöhungen rechnen müssen. Gerade wenn Sie in einer Mietwohnung mit Gasheizung wohnen, sollten Sie Geld auf die Seite legen.

Allein in der Hauptstadt werden etwa 37 Prozent der Wohnungen mit Gas beheizt [berliner-mieterverein.de] und 43 Prozent mit Fernwärme, also um einige hunderttausend Wohnungen. “Wir warten jetzt schon auf die Verdopplung der Heizkosten, aber es wird wahrscheinlich noch teurer. Da haben die Mieter wirklich Probleme”, sagt Reiner Wild vom Mieterbund Berlin im Gespräch mit rbb|24.

Laut einer Beispielrechnung von rbb24 Brandenburg aktuell kommen auf eine vierköpfige Familie bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bereits Mehrkosten zwischen 1.000 und 2.000 Euro zu.

Sonderkündigungsrecht? “Es ist nutzlos”

Niemand sollte zu diesem Zeitpunkt mit einer sofortigen Überzahlung oder einer Erhöhung des Abzugs rechnen. Denn die Preise können nicht einfach im laufenden Jahr erhöht werden, daher sollte die Nachzahlung erst bei der Nebenkostenabrechnung im nächsten Jahr erfolgen.

Allerdings könnte die Bundesnetzagentur diese standardisierte Regelung ändern, indem sie die sogenannte Preisanpassungsklausel aktiviert. Dadurch können Gasversorger höhere Preise an ihre Kunden weitergeben. Bislang hat sich die Bundesnetzagentur von der Klausel enthalten.

Wenn Sie sich jedoch für den Sprung entscheiden, kann der Preis wöchentlich angepasst werden, sagte EWE-Chef Stefan Dohler auf einer Pressekonferenz am Donnerstag. Das Unternehmen beliefert rund 700.000 Kunden in Brandenburg, Polen und Nordwestdeutschland mit Erdgas und ist einer der größten Versorger der Region.

Kunden hätten dann laut Dohler ein Sonderkündigungsrecht. Funktioniert das, wenn Gas generell teurer wird? „Das ist sinnlos. Verbraucher haben in der aktuellen Situation durch den Anbieterwechsel nichts zu gewinnen“, resümiert Wild vom Mieterbund.

Höhere Vorauszahlung oder auf Nachzahlung warten?

Bei der Frage, ob es besser ist, sich auf eine hohe Überzahlung einzustellen oder höhere Abzüge zu zahlen, herrscht offenbar Uneinigkeit. Die Verbraucherzentrale Berlin etwa rät davon ab, die Abzüge vorsorglich zu erhöhen, wenn der Konsum beibehalten wird. Andernfalls würde den Gaslieferanten ein Darlehen gewährt, und im Falle einer Insolvenz des Lieferanten könnten die Kunden die zu viel gezahlten Abzüge nicht zurückerhalten. Am besten warte man bis Ende des Jahres auf die Abrechnung, sagt er auf rbb-Anfrage.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg empfiehlt dagegen, die Abzüge zu erhöhen, um am Ende keine böse Überraschung zu erleben. Im besten Fall würde das Geld zurückerstattet.

Der Berliner Mieterbund ist in diesem Punkt neutral, das müsse jeder selbst entscheiden, sagt er auf Nachfrage. „Am Ende finde ich das auch nicht entscheidend. Wichtig ist jetzt, sich auf höhere Kosten einzustellen und günstiger zu sein, zum Beispiel beim Duschen“, sagt Wild.

Preissteigerungen hängen natürlich von der Heizart ab. Mieter von Wohnungen, die mit einer Gas-Fußbodenheizung ausgestattet sind, haben den Vorteil, dass sie die Temperatur selbst regulieren können. Bei Problemen mit den Zuzahlungen könnte theoretisch auch die Heizung dafür abgestellt werden. „Deshalb fordern wir die Gasversorger auf, zu erklären, dass sie die Versorgung in dieser Situation nicht einstellen werden“, sagt Wild.

Mieterbund: Ungerechtigkeit zwischen Vermietern und Mietern

Nachzahlungen sind das eine, eventuell weniger Wärme in Wohnzimmer und Küche, das andere. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund und die Bundesnetzagentur haben kürzlich entsprechende Vorschläge gemacht, um die Beschleunigung der russischen Gaslieferungen nach Deutschland zu dämpfen. Demnach soll eine Absenkung der Mindesttemperatur in Mietwohnungen helfen. Der Berliner Mieterbund räumt in dem Vorschlag ein großes Unrecht ein. „Wir befürchten, dass sich Kunden bei reduzierter Gasmenge in kälteren Mietwohnungen wiederfinden. Privatnutzer hingegen können eine angenehme Raumtemperatur wählen“, sagt Wild.

Der Sprecher bezieht sich auf den Heizkessel, der sich in einem Haushalt weitgehend selbst verwaltet; Niemand kann vorschreiben, wie die Temperatur eingestellt werden soll. Bei Mietwohnungen hingegen könne der Vermieter die Zentralheizung des Gebäudes abwürgen: „Diese Ungerechtigkeit ist nicht hinnehmbar, gerade bei Mietwohnungen, die zudem noch schlecht gedämmt sind. Hier muss der Bund eingreifen und Vermieter müssen sich an den Heizkosten beteiligen.“ “.

Ausstrahlung: Nachtshow, 24. Juni 2022, 19:30 Uhr

Beigesteuert von Hasan Gokkaya

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *