Wasser ist auch auf nicht erdähnlichen Planeten möglich

Astrobiologie

Laut einer neuen Studie können Planeten mit sehr unterschiedlichen Atmosphären über lange Zeit flüssiges Wasser beherbergen. Dieser Befund legte nahe, dass das Konzept der planetarischen Bewohnbarkeit überdacht werden sollte.

27.06.2022 17.02

Ab heute, 17:02 Uhr online

Das Team um Marit Mol Lous von der Universität Zürich hat für die in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlichte Studie modelliert, ob Planeten mit Atmosphären aus Wasserstoff und Helium ein Klima zulassen können, in dem sich flüssiges Wasser an der Oberfläche des Planeten befindet. Auch die Erdatmosphäre bestand zunächst hauptsächlich aus diesen beiden Elementen. Diese Uratmosphäre verlor es im Laufe der Zeit zugunsten der schwereren Elemente Sauerstoff und Stickstoff. Große felsige Exoplaneten können diese Uratmosphären jedoch aufrechterhalten.

lange Perioden

Wie die Forscher mit Simulationen herausfanden, könnten auf der Oberfläche dieser Exoplaneten Bedingungen für flüssiges Wasser herrschen, solange die Atmosphäre dick genug ist, um einen ausreichend hohen Treibhauseffekt zu erzeugen. Wenn genügend Erdwärme an die Oberfläche gelangt, ist laut Marit Mol Lous in einer Sendung der Universität Bern nicht einmal eine intensive Strahlung eines Sterns wie der Sonne nötig.

Laut dem Forscher zeigten die Ergebnisse, „dass diese Bedingungen sehr lange Zeiträume anhalten können, bis zu mehreren zehn Milliarden Jahren“. Dies ist ein wichtiger Befund, da das Leben auf der Erde wahrscheinlich zig Millionen Jahre brauchte, um sich zu entwickeln.

Die Ergebnisse seien zwar spannend, aber mit Vorsicht zu genießen, sagt Co-Autor Christoph Mordasini, Professor für Theoretische Astrophysik an der Universität Bern: «Damit diese Planeten auf Dauer flüssiges Wasser haben, müssen sie die « Wir wissen nicht, wie oft das vorkommt.” Und selbst unter den richtigen Bedingungen weiß man nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass sich dort Leben entwickelt.“ „Das ist eine Frage der Astrobiologie“, sagt Mordasini.

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