Das Hauptgebiet profitiert von der wasserreichen Donau
Unterfranken beispielsweise kämpft mit einer ungewöhnlichen Dürre. Daher ist das Maingebiet auf wasserreiche Gebiete zur Wasserversorgung angewiesen. Herrmann Gruber erklärt das im Interview mit BR24live. Für den Geschäftsführer von „Waldwasser“ in der Wasserversorgung des Bayerischen Waldes ist die Lage weiterhin stabil. Bei der Versorgung liegt man zwischen zehn und 15 Prozent über Normal. Trinkwasser gibt es laut Gruber zum Beispiel in Frauenau und dem hochproduktiven Brunnengebiet bei Moos: „Das müssen wir unbedingt erhalten und weiter ausbauen, um die nördlichen Regionen zu unterstützen.“ .
Der Rhein-Main-Donau-Kanal wurde beispielsweise gebaut, um die Wasserknappheitszone des Mains durch die wasserreiche Zone der Donau zu unterstützen. “Durch die Staudämme werden jährlich etwa 125 Millionen Kubikmeter nach Norden geleitet.” Diese Maßnahmen erscheinen notwendig, wie ein Blick auf die Regionen zeigt:
Schwaben: Flüsse bis zu 30 Prozent weniger Wasser
In einigen Teilen Schwabens gilt an diesem Mittwoch die höchste Waldbrandalarmstufe, auch in den Regionen um Augsburg, Günzburg, Memmingen und Kempten. Die Trockenheit sorgt auch dafür, dass schwäbische Flüsse bis zu 30 Prozent weniger Wasser führen. Für die Fische hat dies laut Wasserwirtschaftsamt Donauwörth aber zu keiner weiteren Verschlechterung geführt. Denn in tiefen Stauseen wie der Wertach ist das Wasser in Grundnähe immer relativ kalt und damit für Fische erträglich.
Zu wenig Wasser in Flüssen wie dem Lech bedeutet auch zu wenig Wasser für Kanuten, die sich nächste Woche auf dem Augsburger Eiskanal unbedingt auf die Wildwasser-Kanu-WM vorbereiten wollen.
Derzeit müssen die Obstbauern am Bodensee ihre Bäume nur von Zeit zu Zeit gießen. Das liegt laut Bauernverband daran, dass der Boden in Lindau sehr tiefgründig ist und Wasser gut speichern kann.
Oberbayern: Wenig Wasser am Starnberger See
In Oberbayern haben hohe Temperaturen bisher fast keine besorgniserregenden Folgen gehabt. Nur auf der Schotterebene Münchens, zwischen Weyarn im Südosten, Moosburg an der Isar im Nordosten und Maisach im Westen, trocknet der Boden aus. In diesem Gebiet wird hauptsächlich Getreide angebaut, aber es wird nicht extensiv bewässert. Sparen ist also keine Option. Eine weitere Folge der Hitze: Der Starnberger See führt weniger Wasser als in drei Jahren. Der örtliche Bademeister warnt vor (Kopf-)Sprüngen wegen erhöhter Verletzungsgefahr.
Niederbayern: Der niedrige Pegel der Donau behindert den Verkehr
Niederbayern hat fast keine Probleme. Das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf beispielsweise sieht derzeit keinen Anlass zur Sorge. Der Pegel der Donau ist jedoch niedrig und erschwert den Transport.
„Es sieht immer noch gut aus“, berichteten die Wassermeister, sagt Jochen Ammer, Geschäftsführer des Wasserversorgungsverbandes Isar-Vils. Trotz der bisher guten Versorgungslage macht sich Ammer Sorgen um die Länder Südeuropas und warnt davor, auch den Wasserverbrauch zu überdenken.
Der Obstgarten kann bei dieser Hitze am Nachmittag nicht bewässert werden oder die Bauern überwässern die Felder nur im Hinblick auf ihren Ertrag bei diesen Temperaturen. Jeder denkt sich, dass das nicht gut ist.
Oberpfalz: Der Lieferant rät zum sorgsamen Umgang mit Trinkwasser
Auf die Trinkwasserversorgung der Stadt Regensburg und Teilen des Landkreises hat die Trockenzeit noch keine großen Auswirkungen. Der Regensburger Energie- und Wasserversorger REWAG teilt dem BR auf Anfrage mit. Trotz anhaltender Dürre gibt es für das REWAG-Versorgungsgebiet keine Wasserknappheit. Laut REWAG bezieht sie ihr Trinkwasser aus Tiefen von 90 Metern und 167 Metern. „Hier spielen niederschlagsarme Zeiten fast keine Rolle“, sagt REWAG-Sprecher Martin Gottschalk. Trotz dieser „komfortablen Situation bei der Wasserversorgung“ appelliert die REWAG an ihre Kunden, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen.
Im Landkreis Cham, wo sich auch die sogenannte Kristallinzone befindet, bleiben die aktuellen Messwerte zu dieser Jahreszeit noch meist auf gewohntem Niveau.
Unterfranken: Dürre ist ein großes Problem für Landwirte
Unterfranken ist besonders von Hitze und Trockenheit betroffen. Bayerns drei heißeste Städte lagen am Dienstag allesamt in Unterfranken und am Main. In Kitzingen hat der Deutsche Wetterdienst mit 37,7 Grad die höchste Temperatur gemessen. Trockenheit ist ein großes Problem für die Landwirtschaft, aber auch für den Weinbau in Unterfranken. „Hier ist es jetzt zu heiß. Uns geht dieses Jahr das Wasser aus“, sagt Winzerin Andrea Wirsching aus Iphofen im Landkreis Kitzingen.
Auf der grauen Erde des Keupers werden derzeit Oberflächentemperaturen von etwa 60 Grad erreicht. Einige Trauben sind bereits sonnenverbrannt, vertrocknen und sterben ab. „Gerade junge Weingärten leiden sehr. Wir müssen die Trauben schneiden, damit sie überleben“, sagt Wirsching. Zudem ist das Hauptniveau derzeit sehr niedrig, teilweise zu niedrig für Winzer im Landkreis Kitzingen, um Wasser für die Bewässerung zu schöpfen.
Oberfranken: Bekämpfung von Waldbränden
Auch Nordostbayern verzeichnete am Dienstag extreme Temperaturen. Im Landkreis Bayreuth stieg das Thermometer auf 38 Grad Celsius. Am Mittwochmittag lagen die Temperaturen bei 36 Grad. Wie in den vergangenen Wochen verursachten Dürre und Hitze immer wieder Brände. Am Dienstag fing ein Packer auf einem Feld bei Kirchenlamitz im Kreis Wunsiedel Feuer. Ursache waren vermutlich die Funken der Maschine. Auch das abgeerntete Feld brannte auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern.
Die Regierung von Oberfranken ordnete bis Sonntag die Luftüberwachung der waldbrandgefährdeten Gebiete des Fichtelgebirges und des Frankenwaldes an. Bis dahin werden jeden Nachmittag Flugzeuge mit gut ausgebildeten Beobachtern in der Luft sein. Die Regierung und auch das Bezirksamt Bayreuth weisen eindringlich darauf hin, dass Feuermachen, Grillen und Rauchen im Wald absolut verboten sind. Und in Forchheim hat die Stadtverwaltung für das kommende Annafest ein Rauchverbot verhängt. Dies gilt vom 22. Juli bis 2. August auf dem gesamten Festivalgelände, im Kellerwald sowie abseits befestigter Straßen und genehmigter Ausschankbereiche.
Franconia Mitjana: „Die Lage ist angespannt“
Auch in Mittelfranken werden die Einsatzkräfte von der Hitze gefordert. So zählte die Integrierte Leitstelle Ansbach in den vergangenen anderthalb Wochen zwischen 30 und 40 Wald- und Feldbrände. An einem Waldrand bei Dietenhofen im Landkreis Ansbach ist am Mittwochmorgen ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer konnte jedoch schnell gelöscht werden. Felder und Äcker fangen oft am Nachmittag Feuer, „sobald die Bauern mit dem Mähdrescher wegfahren“, sagt ein Sprecher.
Das Wasserwirtschaftsamt Ansbach ist besorgt über die aktuelle Dürre. „Die Oberflächengewässer haben extremes Niedrigwasser“, sagt der stellvertretende Leiter der Behörde, Roland Rösler, im Gespräch mit BR24. Auch die Grundwasserstände seien auf sehr niedrigem Niveau, weil es seit Jahren keine größere Grundwasserneubildung gegeben habe, so Rösler weiter. “Die Lage ist angespannt.” Besonders deutlich wird dies am Möhrenbach bei Treuchtlingen (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen). Es gibt einige Stellen, an denen “das Wasserbett fast vollständig trocken ist”. Gegen die Trockenheit wird derzeit Wasser aus dem Brombachsee abgelassen, etwa zehn Kubikmeter pro Sekunde.