Stand: 24.06.2022 11:04 Uhr
Überraschenderweise verließ TUI-Chef Fritz Joussen den weltgrößten Reisekonzern Ende September dieses Jahres vorzeitig. Auch seine Nachfolge steht bereits fest.
Der Reisekonzern TUI verliert seinen langjährigen Chef. Das Unternehmen gab heute Morgen bekannt, dass CEO Fritz Joussen in den frühen Morgenstunden des 30. September zurücktreten werde. Als Nachfolger des Aufsichtsrats schlägt das Präsidium des Aufsichtsrats den bisherigen Finanzvorstand Sebastian Ebel vor. Ebel übernimmt zunächst für drei Jahre. Joussens Vertrag lief bis September 2025.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dieter Zetsche, sagte in einer Pressemitteilung: „Der Umbau, die digitale Transformation und die Rettung der TUI in der Corona-Krise sind die bleibenden Verdienste von Fritz Joussen starker Unternehmergeist bereit für den Neustart nach Corona. Sein Fokus liegt auf der Stärkung der Bilanz und profitablem Wachstum.“
“Sofortige Bewältigung der abgeschlossenen Krise”
Joussen leitet den Konzern seit 2013. Vor seiner Karriere war der gebürtige Duisburger Leiter der Deutschlandsparte des Telekommunikationskonzerns Vodafone. Während seiner Amtszeit bei TUI geriet der Konzern durch die Pandemie in eine schwere Krise und erhielt zudem staatliche Hilfen in Milliardenhöhe. Das Unternehmen profitiert nun von der wachsenden Nachfrage nach Reisen.
„Das unmittelbare Management der Krise, das darin bestand, die Kontinuität der Gruppe sicherzustellen, wurde bereits abgeschlossen“, sagte Joussen in der Pressemitteilung. Nach Überwindung der existenziellen Krise ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze der TUI.
Im ersten Halbjahr 2021/22, also von Anfang Oktober bis Ende März, habe das Unternehmen einen Umsatz von rund 4,5 Milliarden Euro erzielt. Das war mehr als sechsmal so viel wie im pandemiegeprägten Vorjahreszeitraum, im Ergebnis halbierte sich der Konzernverlust auf 708 Millionen Euro.
Auch die Anleger scheinen den Verlust zu betrauern: Die Aktie fällt deutlich stärker als der Weltmarkt.