An seinem 36. Geburtstag hatte Nadal die erste Runde im Tiebreak gewonnen, nachdem er nach rund 1:30 Stunden Spielzeit in einem hart umkämpften Match an seinem 36. Geburtstag insgesamt vier Siebenballer von Zverev verteidigt hatte, in der zweiten lag 6:6 nach acht Breaks, als der 25-jährige Deutsche vor Beginn des Tiebreaks den Rückschlag durchmachte. Zverevs Knie wird tagelang pochen, aber zum Glück für den FC hat er im Match tapfer weitergemacht.
Wenige Minuten später humpelte der 25-Jährige auf Krücken zurück, ergab sich und umarmte Nadal. “Es ist hart und traurig. Er hat ein tolles Turnier gespielt”, sagte Nadal, der zum 14. Mal im Finale der French Open steht und seinen 22. Grand-Slam-Titel gewinnt. „Ich weiß, wie sehr er darum kämpft, einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Ich bin sicher, dass er eines Tages gewinnen wird. Ich wünsche ihm das Beste.“
APA/AFP/Christophe Archambault Ein spannendes Halbfinale zwischen Zverev und Nadal ist spektakulär zu Ende gegangen
Drei Stunden Schlagabtausch
Bis dahin bot die Party einen spannenden Schlagabtausch zwischen dem Weltranglistenfünften und dem ATP-Ranglistendritten. “Es war ein hartes Spiel. Wir haben nach drei Stunden nicht einmal zwei Sätze beendet”, sagte Nadal. „Es fällt mir gerade schwer, die richtigen Worte zu finden. Es ist definitiv ein Traum, hier wieder im Finale zu stehen.“
Aufgrund des Regens in der französischen Hauptstadt war das Dach des Roland-Garros-Stadions geschlossen, und von Anfang an war eine elektrisierende Atmosphäre zu spüren. Zverev spielte von Beginn an aggressiv und überraschte Nadal mit zahlreichen unhaltbaren Schüssen. Gleich zu Beginn hat der Deutsche den Spaniern den Dienst abgenommen. Sieben Spiele lang spielte Zverev das beste Tennis, das er je bei einem Grand-Slam-Turnier gespielt hatte.
Nadal kämpft das Spiel wieder
Doch plötzlich gab es eine Pause im deutschen Spiel. Nadal, der seit Wochen mit chronischen Fußproblemen spielte, war noch lange nicht in Topform, doch Zverev unterliefen plötzlich viele kleine Fehler. So ließ er Weihnachten ins Spiel zurückkehren, und der Spanier holte sich das Break zum 4:4-Ausgleich.
Danach ging das Match hin und her. Beim Stand von 4:5 wehrte Zverev drei Christmas-Seven-Bälle ab und verwertete anschließend zwei Breakbälle beim Rückaufschlag des Spaniers. Im Tiebreak hatte Zverev plötzlich vier Bälle sieben, die Nadal aber alle verteidigen konnte. Im Gegenzug wehrte der Deutsche auch zwei Standardsituationen ab, verlor dann aber nach 1:31 Stunden.
Drei Doppelfehler auf dem Weg zur Gleichberechtigung
Die Hin- und Rückfahrt ging im zweiten Satz weiter. Zverev verlor sofort seinen Job, aber er kämpfte und machte sich Weihnachten weiterhin das Leben unglaublich schwer. Beim Stand von 5:3 servierte er zum Satzgewinn auf, leistete sich aber drei Doppelfehler. Im Tiebreak schien die Entscheidung erneut gefallen, doch dann verging das Drama und Zverev gab auf.
Die Gegner an Weihnachten im Finale sind die norwegische Nummer acht Casper Ruud oder die kroatische Nummer 20 Marin Cilic. Nadal hat am Sonntag die Chance, seinen 14. French-Open-Titel zu gewinnen und seinen bisherigen Rekord von 21 Grand-Slam-Turniersiegen zu verlängern. Zverev hat das zweite Grand-Slam-Finale seiner Karriere verpasst. Hätte der Olympiasieger die French Open gewonnen, wäre er Weltranglisten-Erster geworden.
Herren-Einzel bei den French Open in Paris
Halbfinale: Rafael Nadal (ESP/5) Alexander Zverev (GER/3) 7:6 (10/8) 6:6 (0/0) ret. Marin Cilic (CRO/20) Casper Ruud (NOR/8) -: – -: – -: – Viertelfinale: Rafael Nadal (ESP/5) Novak Djokovic (SRB/1) 6:2 4:6 6:2 7: 6 (7/4) Alexander Zverev (GER/3) Carlos Alcaraz (ESP/6) 6:4 6:4 4:6 7:6 (9/7) Casper Ruud (NOR/8) Holger Rune (DEN) 6 : 1 4:6 7:6 (7/2) 6:3 Marin Cilic (CRO/20) Andrei Rublev (RUS/7) 5:7 6:3 6:4 3:6 7:6 (10)/2 )