Weitere folgen Die Ukraine erhält die ersten drei “Gepard”-Panzer aus Deutschland
25.07.2022, 12:38
Nach einem Stillstand bei der Lieferung von Flugabwehrpanzern “Gepard” in die Ukraine sind die ersten Einheiten eingetroffen. Der ukrainische Verteidigungsminister teilte mit, dass auch mehrere Zehntausend Schuss Munition geliefert worden seien.
Die Ukraine hat die ersten Gepard-Flugabwehrpanzer aus Deutschland erhalten. „Die ersten drei ‚Geparden‘ sind heute offiziell eingetroffen“, sagte Verteidigungsminister Oleksiy Reznikov dem ukrainischen Fernsehen. Dabei seien auch mehrere zehntausend Schüsse abgefeuert worden. Zwölf weitere “Gepard”-Panzer sind geplant. Die Lieferung basiert auf einer Vereinbarung mit Verteidigungsministerin Christine Lambrecht im Mai. Die Ukraine wehrt seit Ende Februar eine russische Invasion ab und hat sie wiederholt aufgefordert, ihre eigene Luftverteidigung zu verstärken.
Es ist die zweite Ladung schwerer Waffen, die Deutschland in die Ukraine geliefert hat. Bereits im Juni hatte die Bundesregierung mit der Panzerhaubitze 2000 schwere Artilleriegeschütze in die Ukraine geliefert. Die Panzerhaubitze ist mit einer Reichweite von 40 Kilometern das modernste Artilleriegeschütz der Bundeswehr. Damals erhielt die Ukraine insgesamt sieben Waffen.
Neben den „Geparden“ wartet die Ukraine vor allem auf die modernen Luftabwehrsysteme IRIS-T aus Deutschland. Diese sollen das Land besser vor russischen Raketenangriffen schützen. Die Ankunft von IRIS-T ist jedoch für den Herbst geplant.
Auch die Lieferung von Kampfpanzern wird diskutiert
In Deutschland wird derzeit über die Lieferung von Kampfpanzern und Schützenpanzern an die Ukraine diskutiert. Eine direkte Lieferung ist für die Bundesregierung bisher keine Option. Aus den Reihen der Grünen und der FDP kommen nun allerdings entsprechende Forderungen, weil es Probleme beim sogenannten Ringtausch zur Versorgung der Ukraine mit schweren Waffen gibt. Die Idee des Ringtauschs entstand kurz nach Kriegsbeginn. Zu diesem Zweck sollten die östlichen NATO-Partner von der Sowjetunion entworfene Waffen bereitstellen, mit denen ukrainische Soldaten ohne zusätzliches Training umgehen können. Als Ersatz sollten sie westliche Marken von Allianzpartnern wie Deutschland erhalten.
Im Mai einigten sich Verteidigungsministerin Lambrecht und ihr ukrainischer Amtskollege darauf, dass die Ukraine im Juli die ersten 15 Flugabwehrpanzer „Gepard“ aus den Beständen der deutschen Industrie erhält. Der Hersteller Krauss-Maffei-Wegmann hatte nach einem Ringen um die Lieferung schwerer Waffen von der Bundesregierung politisches grünes Licht erhalten, die technisch erneuerten Flak-Panzer aus Altbeständen der Bundeswehr zu verkaufen. “Cheetah” kann auch im Kampf gegen Bodenziele eingesetzt werden.