Weltgeschehen Jahresbericht der Welthungerhilfe
Weltweit hungern etwa 811 Millionen Menschen
Stand: 12:16 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Experten warnen vor einer beispiellosen globalen Nahrungsmittelkrise
Die Zahl der hungernden Menschen auf der ganzen Welt nimmt zu. 150 Millionen Menschen mehr als im Vorjahr sind unterernährt. Die ärmsten Länder können steigende Weltmarktpreise nicht verkraften.
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Die zahlreichen Krisen der letzten Jahre lassen laut Welthungerhilfe die Zahl der Hungernden weiter steigen. Um die aktuelle Hungerkrise zu bekämpfen, brauche die Hilfsorganisation mehr Geld, betonte Entwicklungsministerin Schulze.
Es ist eine erschreckende Zahl: Als Folge von bewaffneten Konflikten, Klimawandel und Entwicklungsdefiziten hungern derzeit weltweit rund 811 Millionen Menschen.
„Beim Kampf gegen den Hunger gibt es seit vielen Jahren kontinuierliche Verbesserungen, doch seit 2014 hat sich der Trend umgekehrt: Die multiplen Krisen lassen die Zahl der Hungernden weiter steigen“, heißt es im Jahresbericht der Welthungerhilfe, der im vorgestellt wurde Berlin am Dienstag. Steigende Lebensmittelpreise verschärften die Ernährungsunsicherheit.
Bereits 2021 waren die Lebensmittelpreise weltweit um teilweise 28 Prozent gestiegen. „Die Lage hat sich durch den Krieg in der Ukraine verschärft. Besonders dramatisch ist die Lage im Jemen, in Afghanistan und im Südsudan. Aber auch in Madagaskar und den Ländern Ostafrikas, wo die massiven Dürren verheerende Auswirkungen des Klimas zeigen Krise.
Die Hilfsorganisation spricht von “einer Menge Aufmerksamkeit, um endlich die Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels zu intensivieren, der immer schwerwiegendere humanitäre Notlagen verursacht”.
„Putin setzt Hunger als Kriegswaffe ein“
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Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) wirft Russlands Präsident Wladimir Putin vor, die Nahrungsmittellieferungen für den Ukraine-Konflikt aus strategischen Gründen einzustellen. „Man sieht, dass Putin den Hunger als Kriegswaffe einsetzt, der bewusst ukrainische Häfen bombardiert, damit Weizen nicht geliefert werden kann“, sagte er am Dienstag gegenüber RBB Inforadio.
Svenja Schulze (SPD), Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Schrift: dpa / Michael Kappeler
Zur Bekämpfung der aktuellen Hungerkrise brauche die Welthhungerhilfe mehr Geld, betonte Schulze vor dem Hintergrund des am Dienstag veröffentlichten Jahresberichts der Hilfsorganisation: „Deutschland ist vorangegangen, wir zahlen viel, aber sie müssen seinem Beispiel mehr folgen“. Außerdem soll die Hilfe besser koordiniert werden.
Angesichts der Abhängigkeit vieler Länder von Weizenlieferungen, auch aus der Ukraine, forderte der Entwicklungsminister Veränderungen in den Agrarsystemen.
Vor Ort muss mehr lokales Getreide nachgepflanzt werden. Langfristig solle es möglich sein, hilfeabhängige Länder unabhängiger zu machen, sagte Schulze: „Deshalb helfen wir nicht nur akut mit Lebensmitteln, sondern wir helfen auch Ländern, sich gegenseitig besser helfen zu können.“