31.05.2022: Bei der Übergabe oder Übernahme eines Betriebes kann es zu Problemen kommen. Am häufigsten sind laut der „Studie zur Unternehmensnachfolge 2022“ auf der Plattform „Betrieb-zu-haben.at“ Konflikte mit im Unternehmen tätigen Angehörigen und/oder mit dem im Unternehmen verbleibenden Chef. Auch zu optimistische Investitionsverzögerungen und Planungsrechnungen werden genannt. Es wird oft unter Wert verkauft, und einige Arbeitgeber bereiten sich laut der Plattform nicht richtig auf die Lieferung vor.
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Was sind die häufigsten Probleme bei der Übernahme eines Unternehmens? Der Folgebörse „Betrieb-zu-haben.at“ folgte das Management Center Nord.
Von Februar bis April wurden österreichweit Vertreter der an der Unternehmensnachfolge beteiligten Beratungsberufe befragt, darunter Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater, Rechtsanwälte und Sachverständige.
Meistgenanntes Problem auf der Liste: Konflikte mit Verwandten, die im Unternehmen arbeiten. 67,9 Prozent („stimme voll und ganz zu“, „stimme am meisten zu“) gaben an, dass dies in den von ihnen bearbeiteten Fällen ein Problem sei.
Ebenfalls von vielen gefunden und im Ranking auf Platz zwei: Konflikte mit dem im Unternehmen verbliebenen Top-Manager.
Manchmal mehrere Faktoren beim Familientransfer
Bei der Geburt der Familie kommen laut Studienleiter Thomas Reischauer manchmal mehrere Faktoren zusammen.
„Wenn Seniorchefs weiterhin eine Stimme im Unternehmen haben, kann dies dazu führen, dass die Autorität junger Menschen gegenüber ihren Mitarbeitern untergraben wird, was sehr frustrierend ist“, sagt Reischauer.
Umgekehrt könne es aber zu einem wirtschaftlichen Problem werden, wenn die früher arbeitende ältere Generation komplett im Stich gelassen werde, „weil sie dann nicht arbeiten könnten und zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden müssten“.
62,1 % der an der Nachfolge beteiligten Berater fanden einen unterschätzten Investitionsbedarf und 59,3 % eine zu optimistische Planung.
Unternehmenswert vs. Verkaufspreis
Laut Betriebs-zu-haben.at gibt es oft „gravierende Unterschiede“ zwischen den von Experten ermittelten Werten des Unternehmens und den tatsächlich erzielten Verkaufspreisen.
„Das liegt unter anderem daran, dass beim Discounted-Cash-Flow-Verfahren Prognoserechnungen für die Zukunft eine wichtige Rolle spielen, was von Käufern oft bezweifelt wird“, sagt Co-Studienleiter Harald Schützinger, der selbst Unternehmens- und Steuerberater ist.
Bei der „Multiplikator-Methode“ hingegen werden oft die Umsatz- oder Betriebsergebnisse der letzten Jahre herangezogen, was für Interessierte leichter nachvollziehbar ist. „Wer ein Unternehmen verkaufen möchte, sollte seine Geschäftsjahre im Voraus sortieren.“
Familieninterne oder externe externe Konfliktpunkte
Auch die Ermittlung eines möglichst fairen Unternehmenswertes spiele bei der Weitergabe im Familienkreis eine wichtige Rolle, ergänzt Peter Buchegger, der mit Reischauer und Schützinger die Nachfolgebörse mitbegründet hat.
„Wenn ein Geschäft an eine bestimmte Tochter oder einen bestimmten Sohn übergeben wird und es mehrere Geschwister gibt, müssen die anderen meist ersetzt werden, was natürlich Konfliktpotential birgt“, sagt Buchegger.
Verkaufsverhandlungen mit Außenstehenden verlaufen seiner Erfahrung nach nicht immer dissonanzfrei. Häufige Gründe für die Ablehnung potenzieller Käufer sind zu hohe Preisvorstellungen, unzureichende Vorbereitung des Verkäufers oder die Entdeckung unvorhergesehener Risiken.
Ergreifen Sie rechtzeitig Maßnahmen im Hinblick auf die Lieferung
„Leider gibt es immer noch Unternehmer, die Jahre vor der Pensionierung, der Übertragung oder dem geplanten Verkauf aufhören zu investieren und Kennzahlen vernachlässigen“, sagt Buchegger.
„Andererseits wäre es besser, vorausschauend zu handeln: eine detaillierte operative Analyse und die Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung von Kennzahlen Jahre vor der Übermittlung, anstatt sich mit deutlich höheren Verkaufspreisen zu amortisieren.“