Wer erbt die Milliarden von Heidi Horten?

Als sie am Sonntag starb, war Sheidi Horten die reichste Frau Österreichs, zumindest glaubt man der Liste des Wirtschaftsmagazins Forbes, die dieses Ranking alljährlich erstellt. Tatsächlich war Heidi Margarethe Goëss-Horten nie die direkte Eigentümerin des Unternehmens. Investments und Immobilien, die zusammen mehr als drei Milliarden Euro wert sein sollen.

Bereits in den 1970er Jahren hat ihr damaliger Ehemann Helmut Horten ihr Vermögen steuerfreundlich in Schweizer Stiftungsstrukturen umgelenkt, lange bevor es dieses Rechtsinstrument überhaupt in Österreich gab. Seither gehört Hortens Vermögen zumindest dem Wortlaut nach größtenteils ihm und wird seit dem Tod von Helmut Horten unter anderem von Managern der Schweizer Großbank UBS verwaltet.

“Helmut-Horten-Stiftung”

Die rechtliche Konstruktion des „inhaberlosen Vermögens“ bedeutet natürlich nicht, dass niemand von der Geschäftstätigkeit einer Stiftung profitieren kann. Entweder werden die Personen benannt, denen die Erträge der Stiftung zugute kommen, oder es wird ein bestimmter Verwendungszweck festgelegt, wie z. B. Spenden an Vereine oder für bestimmte Zwecke. In diesem speziellen Fall ist da die „Helmut-Horten-Stiftung“, die seit über 50 Jahren medizinische Forschung aus der Schweiz fördert. Dieser Zweck wird auch fortgeführt – aus Einnahmen. Stiftungskapital selbst sollte nicht angegriffen werden.

War es eine hilflose Frau, die starb? Andererseits. Denn auch wenn Heidi Horten im Firmenbuch und im Vereinsregister mit unterschiedlichen Schreibweisen ihres Namens auftaucht, lässt sich ein Bild ihres Vermögens zeichnen. Das Vermögen von 231 Millionen Euro ist per 31.12.2020 direkt über die Depositum Holding GmbH zuordenbar. Die Anteile an Unternehmen repräsentieren rund 62 Millionen Euro, die Werte 133 Millionen.

Die im Firmenbuch vorgelegten Unterlagen der zuletzt von Gregor Murth und Alain Robert-Tissot geführten Firma sind jedoch nicht viel konkreter. Inzwischen sind die im Jahr 2001 fertiggestellten Gründungsbauwerke in Österreich in dieser Gesellschaft zusammengeführt worden. Ein weiteres Unternehmen im Besitz von Heidi (!) Goëss-Horten ist die Palais Goëss-Horten GmbH, geführt von Agnes Husslein-Arco und Murth. Unternehmensgegenstand: Betrieb eines Museums. Der letzte Jahresabschluss weist ein Anlagevermögen von 28,5 Millionen Euro aus.

Wer bekommt das Vermögen?

Beteiligungen im Ausland sind zumindest in den in Österreich geführten Büchern nicht mehr ersichtlich. In einem Artikel des Kurier vor vier Jahren ging es um Unternehmen in Liberia und auf den Bahamas. Das Erbe beträgt also mindestens 260 Millionen Euro, aber wer bekommt dieses Vermögen jetzt? In Ermangelung lebender Kinder oder Eltern wäre Karl „Kari“ Goëss, der seit 2015 mit ihr verheiratet ist, Alleinerbe – zumindest nach dem Erbgesetz. Immer unter der Bedingung, dass kein Testament oder Erbverzicht vorliegt, „wie es oft bei Eheschließungen im hohen Alter der Fall ist“, so ein Anwalt.

Experten zufolge gehört Schloss Sekirn, wo Horten, der eigentlich Croglio in der Schweiz Steuern zahlen soll, einen Großteil seiner Zeit verbracht haben soll, zum Stiftungsvermögen. Da es erweitert werden muss, gerade um die medizinische Forschung zu finanzieren, könnte es in absehbarer Zeit auf den Markt kommen.

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