Wermelskirchener Missbrauchskomplex Marcus R. (44) hat vier Tage lang ausgesagt

Köln – Der Hauptverdächtige im Missbrauchskomplex Wermelskirchen, Marcus R. (44), hat den Ermittlern offenbar geholfen, die Taten aufzuklären.

Sein Verteidiger, der Kölner Rechtsanwalt Christian Lange, sagte am Freitag, er habe die Vorwürfe nach seiner Festnahme schnell gestanden und weitere Handlungen über den Haftbefehl hinaus eingeräumt.

Marcus R. lebte in diesem neu gebauten Haus in Wermelskirchen, wo ihn eine Sondergruppe festnahm.

Foto: Jörg Löbker

Ihr Klient half auch dabei, andere Personen zu identifizieren, mit denen sie Kontakt hatte. Im Februar wurde er vier Tage lang verhört und gefilmt. Dabei unterstützte er polizeiliche Ermittlungen und half bei der Aufklärung von Fällen, die außerhalb seines Verantwortungsbereichs lagen.

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Er gehe nach eigenen Angaben davon aus, dass die Mitarbeit seines Mandanten einen wichtigen Beitrag zum Ermittlungserfolg leiste. Ihr Mandant hatte kleine Kinder sexuell missbraucht. „Er ist dafür verantwortlich und weiß, dass ihm aus gutem Grund eine lange Haftstrafe bevorsteht“, hieß es in einer Mitteilung.

Missbrauch von unglaublichem Ausmaß

Der neue Missbrauchskomplex Wermelskirchen – gelegen zwischen Köln und Wuppertal – hat nach Ermittlern eine Dimension der Brutalität, die andere kriminelle Komplexe übertrifft.

Der Angeklagte Marcus R. aus Wermelskirchen bot seine Dienste als Babysitter im Internet an und konnte so an seine Opfer herantreten. Außerdem tauschte er mit Dutzenden anderen Männern Kinderpornografie und Videos von „unvorstellbarer Brutalität“ aus.

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Bisher seien 73 Verdächtige und 33 Opfer identifiziert worden, teilten die Ermittler am Montag mit. Der Jüngste war einen Monat alt. Der nicht vorbestrafte Marcus R. soll im Großraum Köln zwölf Kinder – zehn Jungen und zwei Mädchen – missbraucht haben. Ihm werden Misshandlungen in 18 Fällen zur Last gelegt.

Hier finden Sie Hilfe

Kostenlose anonyme Beratung:

► Haben Sie den Verdacht, dass ein Kind in Ihrem Umfeld missbraucht wird? Dann können Sie sich (anonym) an die „Hotline Sexueller Missbrauch“ wenden: Tel. 0800 22 55 530.

► Kinder und Jugendliche, die missbraucht wurden, erhalten Unterstützung bei der „Nummer gegen Kummer“ (116 111) oder bei www.nummergegenkummer.de.

► Wer sich pädophil veranlagt fühlt, findet hier Ansprechpartner: „Werde kein Täter“ (Berliner Charité). Informationen unter: www.kein-taeter-Werden.de. Es gilt die ärztliche Schweigepflicht.

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