Wie der Mars zu dem wurde, was er heute ist: trocken, staubig und kalt

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Erstellung: 27.05.2022, 11:32 Uhr

Von: Tanja Banner

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Der Mars ist staubig, kalt und trocken, aber das war nicht immer so. (Archivbild) © NASA / dpa

Der Mars ist staubig, kalt und trocken, aber das war nicht immer so. Zwei Studien zeigen, wie der Rote Planet zu dem wurde, was er heute ist.

Frankfurt – Der Mars ist ein unwirtlicher Planet: kalt und trocken, staubig und windig. Aber auf dem Roten Planeten muss es einmal anders gewesen sein, da ist sich die Forschung ziemlich sicher. Forscher haben festgestellt, dass es vor 4,3 Milliarden Jahren genügend flüssiges Wasser auf dem Mars gegeben haben muss, um den gesamten Planeten mit einem mehr als 100 Meter tiefen Ozean zu bedecken. Doch vor etwa drei Milliarden Jahren – einige Forscherteams haben ein späteres Datum – soll das Wasser verschwunden sein und der Mars zu dem Planeten der kalten Wüste geworden sein, der er heute ist.

„Die Leute sind auf unterschiedliche Ideen gekommen, aber wir sind uns nicht sicher, was den Klimawandel so dramatisch gemacht hat“, sagt Edwin Kite von der University of Chicago. „Wir wollen das verstehen, vor allem, weil es der einzige Planet ist, von dem wir sicher wissen, dass er von bewohnbar zu unbewohnbar geworden ist.“ Klimawandel auf dem Mars in Frage.

Der Mars ist trocken, kalt und staubig. Jetzt analysieren zwei Studien, warum der Rote Planet so ist, wie er ist. (Archivbild) © imago / UPI Photo

Mars: Eine Studie will herausgefunden haben, wie der rote Planet trocken und kalt wurde

Bisher hat die Forschung gezeigt, dass der Mars allmählich seine dichte Atmosphäre aus Kohlendioxid im Weltraum verlor und so die Erwärmung durch den Treibhauseffekt verringerte, der flüssiges Wasser an die Oberfläche brachte. Doch Kite und sein Team kommen in ihrer Studie, die in der Fachzeitschrift Sciences Advances veröffentlicht wurde, zu einem anderen Ergebnis.

In ihrer Arbeit rekonstruieren die Forscher die Geschichte des Treibhauseffekts auf dem Mars aus Veränderungen in der räumlichen Verteilung von Flüssen. Dabei stellen sie fest, dass Änderungen in der Verteilung der alten Marsströmungen im Laufe der Zeit auf eine Abnahme des Treibhauseffekts hindeuten. Forscher können jedoch keine Beweise dafür vorlegen, dass der drastische Klimawandel auf dem Mars allein mit dem Verlust von atmosphärischem Kohlendioxid zusammenhängt.

MarsRocky Planet6800 km2 (Phobos und Deimos) 227.900.000 km687 Tage-153°C-63°C + 20°C

Wie kühlte der Mars zu sehr für flüssiges Wasser ab? Forscher suchen nach einer Antwort

Stattdessen schlagen sie in ihrer Studie vor, dass der Verlust anderer Gase bei der Entwicklung des Mars wichtiger gewesen sein könnte. Sie beantworten jedoch nicht die Frage, um welche Gase es sich handelt. „Wichtige Fragen bleiben unbeantwortet, einschließlich der Identität des CO2-freien Treibhausgases, das sich zumindest vorübergehend in der Atmosphäre befunden haben muss“, so die Forscher um Kite in ihrer Studie. Kite sagte in einer Erklärung seiner Universität: „Wir wissen nicht, was der Faktor ist, aber es gab viele Gründe, unsere Ergebnisse zu erklären.“ Die NASA-Rover Curiosity und Perseverance könnten für weitere Forschungen auf dem Mars eingesetzt werden.

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Staub ist ein großes Ärgernis auf dem Mars; die Studie erreicht den Boden

Warum der Mars so wurde, wie er ist: Das ist auch das Thema einer weiteren Studie, die ebenfalls im Fachblatt Science Advances erschienen ist. Forscher unter der Leitung von Claire Newman gehen dem Geheimnis des allgegenwärtigen Staubs auf dem Mars nach. Staub ist ein großes Ärgernis auf dem Mars, und Missionen wie der NASA-Rover Opportunity wurden deswegen bereits beendet. Der Mars-Helikopter „Ingenuity“ und die Raumsonde „InSight“ der NASA stauben ebenfalls den Mars ab, sodass die Mission „InSight“ noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll, wie die NASA kürzlich bekannt gab.

Obwohl Staub auf dem Mars ein Problem darstellt, wurde das Phänomen bisher kaum vor Ort untersucht und quantifiziert, kritisieren Forscher in ihrer Studie, schreiben aber weiter: „Die neuen Umgebungssensoren des Rovers ‚Perseverance‘ und die ‚staubige Umgebung von Jezero‘ Krater behoben werden kann.’ Der NASA-Rover „Perseverance“ ist im Februar 2021 auf dem Jezero-Krater auf dem Mars gelandet und untersucht dort seine Umgebung.

Der Perseverance Rover der NASA wird täglich von Staubteufeln besucht

Newman-Forscher analysierten Daten, die vom Mars Environmental Dynamics Analyzer (MEDA)-Instrument des Rovers während der ersten 216 Tage des Mars auf dem Rover aufgezeichnet wurden. Dazu gehören Strahlungs- und Staubsensoren, die Staubwolken und sogenannte Staubteufel (Hurrikane) in Abhängigkeit von Änderungen des Sonnenlichts erkennen. Gleichzeitig werden die Strömungen von Druck, Temperatur, Wind, relativer Luftfeuchtigkeit und Strahlung aufgezeichnet, und die Mikrofone zeichnen auch die Aktivität des Windes auf.

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Spannend sind die Daten, die der Rover auf dem Mars aufzeichnet: Laut Forschern zeigen sie, dass Windböen und Staubteufel auch ohne Sturm große Staubmengen auf dem Mars verursachen können. Die Daten zeigen auch, dass der Perseverance-Rover täglich von mindestens einem Staubteufel „besucht“ wurde. Seltener wurde der Staub von Windböen aufgewirbelt, die keine Wirbel waren. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass sowohl Staubteufel als auch Stürme die Hauptverursacher des Hintergrundnebels auf dem Mars sind, aber die Forscher weisen in ihrer Studie auch darauf hin, dass mehr Daten benötigt werden, auch um saisonale Veränderungen zu untersuchen. (Tab)

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