Wie die Stunde der Wahrheit von Boris Johnson kam

Partygate-Konflikt: Premierminister Boris Johnson muss sich am Montagabend einem Misstrauensvotum gegen seine konservative Partei stellen. Immer mehr Freunde seiner Partei sind von ihm abgerückt.

London. Sie hatten ihn tagelang beobachtet. Als die Briten am langen Wochenende den 70. Jahrestag des Thronjubiläums ihrer Königin feierten, kursierten in Westminster Gerüchte, dass es eine wachsende Einmischung gab, dass Boris Johnson ohne Vertrauen gewählt werden würde. Kurz nach 8 Uhr am Montag informierte eine kurze Pressemitteilung die konservativen Gesetzgeber darüber, dass sie abstimmen würden, wenn Johnson an diesem Abend Premierminister bleibt.

Dass dieser Abstimmung stets eine Phase wilder Spekulationen vorausgeht, liegt am Zensurverfahren der Konservativen Partei: Abgeordnete, die ihrem Führer das Vertrauen entziehen wollen, müssen einen Brief an das sogenannte Hinterbänkler-Komitee von 1922 richten; Erst wenn 15 Prozent der Fraktion einen solchen Antrag gestellt haben, geht Präsident Graham Brady an die Öffentlichkeit und verkündet das Vertrauen. Wer einen Brief eingereicht hat, sollte das nicht öffentlich sagen, aber viele, die sich zu diesem Schritt entschließen, fordern offen den Rücktritt des Chefs.

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