Wiener Börse (mittags) – ATX gewinnt 2,6%, Mayr-Melnhof sehr stark

Die Wiener Börse präsentierte sich am Mittwochmittag im Plus. Der Leitindex ATX baute seinen Vorsprung um deutliche 2,62 Prozent auf 3.167,51 Einheiten aus. Nach den Verlusttagen der letzten Tage herrscht auch bei den Anlegern an den großen europäischen Aktienmärkten eine positive Stimmung. Marktbeobachter sprachen von einer Erholungsbewegung. Zuvor hatte der nationale Aktienmarkt fünf Tage in Folge verloren.

International steht die nächste Ankündigung der US-Zinsentscheidung im Fokus. „Der Höhepunkt des Tages steht erst am Abend auf dem Kalender, denn dann wird das FOMC seine Entscheidung bekannt geben und dann wird der Chef der Fed, Powell, der Presse die Einschätzungen zu Konjunktur, Inflation und die Reaktion der Geldpolitik erläutern Konferenz”, schreiben Helaba-Analysten in ihrer Daily Opinion.

Nach einer starken Prognose für das zweite Quartal 2022 stieg die Mayr-Melnhof Aktie um 10,5 Prozent an die Spitze des nationalen Aktienmarktes. Das operative Ergebnis (EBIT) für das zweite Quartal des Jahres soll zwischen 150 und 200 Millionen Euro liegen, nach 31 Millionen Euro im Vorjahresquartal, teilte der Konzern am Dienstagabend mit. Laut Analysten der Erste Group haben die Gewinnerwartungen des Managements positiv überrascht und liegen über den Prognosen der Bank.

Auch die Aktien stark gewichteter Banken waren bei Anlegern sehr beliebt. Die Erste Group erhöhte den Kurs um 4,1 % und die Raiffeisen Bank International um 3,6 %. Die BAWAG stieg um 2,9 Prozent. Bei den Versicherern legten die Aktien der Vienna Insurance Group um 3,4 Prozent zu. Auch die Aktien des Ziegelherstellers Wienerberger waren mit einem Plus von 3,9 Prozent stark.

Mit den vorgelegten Verkaufszahlen rückten DO&CO und KapschTrafficCom in den Fokus der Investoren. Der Betreiber des Mautsystems Kapsch TrafficCom hat seine Verluste im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich reduziert. Das Endergebnis lag bei weniger als 9,3 Millionen Euro, nach einem Ergebnis von weniger als 102,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 2,9 Prozent auf 519,8 Millionen Euro. Die Aktie wurde unverändert gehandelt. Die Analysten der Erste Group berichteten in einer ersten Einschätzung der Zahlen von einer sehr starken Entwicklung und übertrafen die Erwartungen.

Nach zwei Jahren schwerer Corona-Schäden erholte sich das Catering-Unternehmen DO&CO 2021/22 deutlich, da der Reiseverkehr wieder zunahm und Sportveranstaltungen wieder zunahmen. Nach einem Verlust von 38,33 Mio. € im Vorjahr konnte nun ein Gewinn von 11,00 Mio. € erwirtschaftet werden. Der Umsatz hat sich von 253,46 Millionen Euro auf 705,20 Millionen Euro fast verdreifacht. DO&CO hatte einen starken Vorsprung von 5,6 Prozent. In diesem Sinne beurteilte die Erste Group die präsentierten Geschäftsergebnisse im Einklang mit den optimistischen Prognosen.

Laut einem positiveren Expertenurteil verbesserte sich die Aktie von Telekom Austria um 0,9 Prozent auf 6,42 Euro. Die Analysten der Erste Group haben ihre Anlageempfehlung für die Aktie des Telekommunikationskonzerns von “Akkumulieren” auf “Kaufen” angehoben. Zudem wurde das Kursziel leicht von 8,3 Euro auf 8,5 Euro nach oben revidiert. Umsatzerwartungen und Gewinnmargenprognosen stiegen ebenfalls an. Die Anpassungen waren hauptsächlich auf die anhaltend starke Nachfrage nach Breitbandprodukten zurückzuführen.

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