Wiener Börse (Nachmittag) – ATX gewinnt 2,6 Prozent

Die Wiener Börse handelte am Mittwochnachmittag weiterhin stark. Der nationale Leitindex ATX legte kurz nach 14 Uhr um 2,64 Prozent auf 3.168,25 Punkte zu, nachdem zuvor fünf aufeinanderfolgende Verlustsitzungen absolviert worden waren. Nach den Verlusttagen der letzten Tage steigen auch die großen europäischen Aktienmärkte im Rahmen einer Erholungsbewegung wieder. International steht die am Abend anstehende Bekanntgabe der wichtigsten US-Zinsentscheidung im Rampenlicht.

Nach einer starken Prognose für das zweite Quartal 2022 legte die Mayr-Melnhof Aktie an der heimischen Börse um 12,5 Prozent zu. Das operative Ergebnis (EBIT) für das zweite Quartal des Jahres soll zwischen 150 und 200 Millionen Euro liegen, nach 31 Millionen Euro im Vorjahresquartal, teilte der Konzern am Dienstagabend mit. Laut Analysten der Erste Group haben die Gewinnerwartungen des Managements positiv überrascht und liegen über den Prognosen der Bank.

Auch die Aktien stark gewichteter Banken waren bei Anlegern sehr beliebt. Die Erste Group erhöhte den Kurs um 4,1 % und die Raiffeisen Bank International um 3,8 %. Die BAWAG stieg um 2,6 Prozent. Bei den Versicherern stiegen die Aktien der Vienna Insurance Group um 4,1 Prozent und der UNIQA um 2,4 Prozent. Finanzwerte steigen europaweit deutlich.

Auch die Aktien des Ziegelherstellers Wienerberger waren mit einem Plus von 3,9 Prozent stark. Der Baustoffhersteller zieht sich aufgrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine aus dem russischen Markt zurück. Das dortige Hintermauerziegelgeschäft trug mit rund 40 Millionen Euro weniger als ein Prozent zum Konzernumsatz bei.

Mit den vorgelegten Verkaufszahlen rückten DO&CO und KapschTrafficCom in den Fokus der Investoren. Nach zwei Jahren schwerer Corona-Schäden erholte sich das Catering-Unternehmen DO&CO 2021/22 deutlich, da der Reiseverkehr wieder zunahm und Sportveranstaltungen wieder zunahmen. Nach einem Verlust von 38,33 Mio. € im Vorjahr konnte nun ein Gewinn von 11,00 Mio. € erwirtschaftet werden. Der Umsatz hat sich von 253,46 Millionen Euro auf 705,20 Millionen Euro fast verdreifacht. Die DO&CO Aktie hatte einen starken Vorsprung von 6,2 Prozent. In diesem Sinne beurteilte die Erste Group die präsentierten Geschäftsergebnisse im Einklang mit den optimistischen Prognosen.

Der Betreiber des Mautsystems Kapsch TrafficCom hat seine Verluste im Geschäftsjahr 2021/22 deutlich reduziert. Das Endergebnis lag bei weniger als 9,3 Millionen Euro, nach einem Ergebnis von weniger als 102,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 2,9 Prozent auf 519,8 Millionen Euro. Die Analysten der Erste Group berichteten in einer ersten Einschätzung der Zahlen von einer sehr starken Entwicklung und übertrafen die Erwartungen. Allerdings verlor die Aktie 0,9 Prozent.

Positiverer Meinung nach verbesserte sich die Aktie von Telekom Austria um 1,6 Prozent auf 6,46 Euro. Die Analysten der Erste Group haben ihre Anlageempfehlung für die Aktie des Telekommunikationskonzerns von “Akkumulieren” auf “Kaufen” angehoben. Zudem wurde das Kursziel leicht von 8,3 Euro auf 8,5 Euro nach oben revidiert. Umsatzerwartungen und Gewinnmargenprognosen stiegen ebenfalls an. Die Anpassungen waren hauptsächlich auf die anhaltend starke Nachfrage nach Breitbandprodukten zurückzuführen.

ste / mik

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