Wiener Lehrer könnten seit 2004 Schüler missbraucht haben

Wie die Kinder- und Jugendstaatsanwaltschaft (KJA) am Mittwoch der APA mitteilte, seien bei einer Durchsuchung der Wohnung des Mannes im Zuge der Ermittlungen zahlreiche Datenträger beschlagnahmt worden. Bei der Auswertung fanden die Ermittler umfangreiche Kinderpornografie, die er zum Teil selbst hergestellt hatte. Er hatte Kinder fotografiert oder gefilmt, die er sich selbst beigebracht hatte. Darunter waren nach Angaben der KJA minderjährige Jungen, die 2004 von der Lehrerin unterrichtet wurden, was eine mögliche 15-jährige Straffälligkeit bedeutet.

Sowohl die KJA als auch der Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer sind immer noch fassungslos darüber, wie der Serienautor so lange unbehelligt agieren konnte. „Als Schulratsvorsitzender ist es meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass so etwas nicht noch einmal passiert“, sagte Himmer am Mittwochnachmittag im Gespräch mit der APA zu den Dimensionen des Falls. Er wies Vorwürfe zurück, die Angelegenheit sei verschwiegen worden: „Das Thema wurde nicht vertuscht oder verschwiegen, sondern die relevante Öffentlichkeit – Eltern, Schüler, Lehrer, Kinder- und Jugendschützer und das Kindes- und Jugendwohl – umfassend informiert.“ “. Eltern und Schulpsychologen sprachen sich daraufhin dafür aus, “damit nicht aggressiv vorzugehen”, sagte Himmer.

Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den bei Mitschülern und Schülern der Schule sehr beliebten Lehrer wurden im April 2019 eingeleitet, nachdem ihn ein Opfer angezeigt hatte. Nach dem Selbstmord des Verdächtigen stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen, Herstellung und Besitz von kinderpornografischem Material und Amtsmissbrauch ein. Wie Schuldirektor Himmer erläuterte, bestand die Schwierigkeit der Schulbehörden bei der Bearbeitung des Falls darin, dass sie keinen Zugang zu den Akten der Staatsanwaltschaft hatten. Die Schulleitung sei im Oktober 2019 informiert worden und die Eltern seien „relativ sofort“ besorgt gewesen, sagte Himmer. Die Polizei rief zunächst zur Zurückhaltung in dieser Richtung auf – aus ermittlungstaktischen Gründen, um mögliche Komplizen oder Komplizen des Professors identifizieren oder ausschließen zu können. Im Dezember 2019 gab es einen ersten Elternabend, an dem sich der Verein „Selbstlaut – Fachstelle gegen sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ beteiligte.

Wie Himmer in einem Interview mit der APA betonte, ist inzwischen klar, dass die Übergriffe und Missbrauchshandlungen nur außerhalb der Schule stattfanden. Der Erzieher hatte sich draußen mit Schülern getroffen oder sie nach Hause gebracht, wo er ihnen Qualifikationen gegeben haben soll. Eine Untersuchungskommission, die nach Anhörung des Falls vom Bildungsministerium eingesetzt wurde, ist bereits fünf Mal zusammengetreten. Es wurde festgestellt, dass die Schulleitung oder andere Lehrkräfte keinen Amtsrechtsverstoß begangen hatten, weil sie den Anzeichen von Missbrauch nicht nachgegangen waren. Der missbräuchliche Lehrer scheint trotz seiner jahrelangen Schauspielerei kein Gesprächsthema in der Schule gewesen zu sein, das den Schulleiter oder die Fakultät erreicht hätte. “Es gab keinen Verdacht, dass sie es wissen sollten”, sagte Himmer.

„Es ist notwendig, den Wunsch von Schülern, die von Missbrauch hören oder davon betroffen sind, zu ermutigen oder zu steigern, sich zu öffnen und darüber zu sprechen“, sagte der Bildungsdirektor. Es gibt viele Anlaufstellen und Telefone, an die sich Betroffene wenden können. Himmer merkte an, das Wichtigste sei, dass diese Strukturen genutzt werden.

Um dies zu gewährleisten, hat die Bildungsdirektion erste Maßnahmen zur Umsetzung ergriffen. Jede Wiener Schule muss ein Kinderschutzkonzept einführen, das jährlich evaluiert und überwacht wird. Krisenpläne müssen überprüft werden, Prozesse sollen gestrafft und der Informationsfluss beschleunigt werden.

An der Schule selbst wurde die schulpsychologische Betreuung verstärkt. „Da bricht mit den neuesten Medienberichten alles zusammen“, sagte Himmer. Experten stehen Studenten, Absolventen und Mitarbeitern bei Bedarf zur Seite.

(SERVICE – Hilfe bei sexuellem Kindesmissbrauch, z.B. unter dem Link des Kinderschutzzentrums “Die Möwe” unten oder der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien unten

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