© Florian Wieser Die Wiener Wirtschaft boomt. Wie eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftskammer Wien zeigt, konnten zuletzt 61 % der Wiener Unternehmen steigende Auftragszahlen verzeichnen. Damit hat die Auftragslage in den letzten 12 Monaten fast ein Rekordniveau erreicht. Mit 22 Prozent entwickelten sich die Bestellungen stetig, 17 Prozent schlechter als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz bewegt sich auf einem entsprechend hohen Niveau. Bei 57 Prozent der Wiener Unternehmen sind sie gestiegen, bei 25 Prozent ist der Umsatz konstant geblieben, bei 18 Prozent ist er gesunken.
Auch auf dem Arbeitsmarkt hat sich die Erholung bislang fortgesetzt. 30 Prozent der Unternehmen haben ihre Belegschaft aufgestockt, 60 Prozent sind gleich geblieben und nur zehn Prozent haben Mitarbeiter entlassen.
Investitionsregister
Die Investitionstätigkeit der Wiener Unternehmen ist auf Rekordniveau. So hohe Werte wurden zuletzt im Jahr 2006 erreicht. Knapp die Hälfte (49 %) steigerte ihre Investitionstätigkeit, während 38 % stabil blieben. Der Motor der Investitionen ist die Digitalisierung. 86 % der Unternehmen geben dies als Grund für Neuinvestitionen an, gefolgt von Innovation und technischem Fortschritt (81 %). Greening ist für 70 Prozent der Unternehmen ein Investitionsgrund.
Dass sich die Wiener Wirtschaft über dem Bundesdurchschnitt erholt hat, zeugt von der Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft der 140.000 Wiener Unternehmen. Generell ist der Wirtschaftsstandort Wien sehr heterogen, was uns in schwierigen Zeiten hilft. Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien
Sanktionen erreichten ein Drittel
Laut Umfrage ist ein Drittel der Wiener Unternehmen direkt (fünf Prozent) oder indirekt (28 Prozent) von Sanktionen gegen Russland betroffen. Überdurchschnittlich stark betroffen sind der Wiener Tourismus (51 Prozent der Tourismusbetriebe) und der Handel (46 Prozent). Die von den Sanktionen direkt und indirekt betroffenen Unternehmen geben meist an, dass sie Liefer- oder Transportschwierigkeiten haben und Aufträge nicht oder nicht wie geplant ausgeführt werden können.
Obwohl der Wirtschaftsmotor in Wien derzeit auf Hochtouren läuft, sind die Erwartungen der Wiener Unternehmen für den Herbst sehr gedämpft. 22 Prozent gehen weiterhin von einer Verbesserung der Auftragslage aus, 36 Prozent erwarten ein stabiles Niveau, 42 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. Ähnlich, wenn auch positiver, sind die Erwartungen für die Umsatzentwicklung: 29 Prozent erwarten eine Verbesserung, 33 Prozent einen stagnierenden Umsatz und 38 Prozent einen Rückgang.
Damit sich die Wirtschaft besser entwickelt, bedarf es konkreter Maßnahmen zur raschen Stärkung der Wirtschaft. Dazu gehören Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs in der gesamten Wirtschaft, eine Fokussierung auf die Unterstützung von Haushalten und Unternehmen, die am stärksten von der Inflation betroffen sind, und eine Fachkräfteoffensive zur Fortsetzung der positiven Arbeitsmarktentwicklung . Walter Rück
Im Hinblick auf den Fachkräftemangel sind Maßnahmen erforderlich, die auch kurzfristig wirken, indem beispielsweise offene Stellen überregional platziert und Lehrlinge attraktiver gemacht werden. Zum einen durch die Modernisierung der Berufsausbildung, zum anderen durch Lernförderungen, die auch Erwachsenen den Einstieg in eine Lehre ermöglichen.
Mitarbeiter halten
Die Beschäftigungsaussichten für Wiener Unternehmen bleiben positiv: 65 % der Unternehmen wollen ihre Belegschaft halten, 24 % planen eine Aufstockung und nur elf Prozent rechnen damit, Mitarbeiter entlassen zu müssen. Auch die Investitionsentwicklung ist recht positiv. 36 % der Wiener Unternehmen planen eine Steigerung, 46 % halten die Investitionen stabil, 18 % planen eine Reduzierung.
Die Arbeitskosten sehen die Wiener Unternehmen mit 75 Prozent als größte Herausforderung des laufenden Jahres, gefolgt von Arbeits- und Fachkräftemangel (73 Prozent) und Energie- und Materialkosten an erster Stelle (56 Prozent).
„Die Regierung hat mit dem Hilfspaket sicherlich einen großen Schritt gemacht. Die Abschaffung der Kaltprogression ist ein Gewinn für Unternehmen und Arbeitnehmer. Deshalb haben wir uns dafür, aber auch für die Unterstützung von Unternehmen, die viel verbrauchen, stark gemacht.“ Energie. Es ist jedoch wichtig, nicht auf halbem Weg stehen zu bleiben. Wenn Sozialleistungen wie geplant bewertet werden, ist es viel wichtiger, Festbeträge und Pauschalen für das wirtschaftliche Leben automatisch an die Inflation anzupassen. Viele Probleme, die durch Inflation verursacht werden, können auf diese Weise gelöst werden einfach und unbürokratisch. Die Wirtschaftskammer Wien hat ein entsprechendes Modell für ein Wertermittlungsgesetz bereits vorgelegt“, so Ruck abschließend.
Die Anpassungen des Aufwertungsgesetzes würden – abgesehen von den Lohn- und Einkommensteuersätzen – auch für unzählige Bereiche gelten, in denen es gesetzliche Festbeträge gibt, wie den Kilometerbonus (derzeit 42 Cent pro Kilometer), die Kleinunternehmergrenze (derzeit 35.000 Euro Jahresumsatz) oder die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter (derzeit 800 Euro).