Wiesn und „Layla“: „Wir sind keine Kultur- oder Sprachpolizei“

People-Debatte über “Layla”

„Wir sind keine Kultur- oder Sprachpolizei“, sagt der „Wiesn“-Chef.

Stand: 04.08.2022 | Lesezeit: 3 Minuten

„Layla“-Produzent Ikke Hipgold versteht die ganze Aufregung nicht

Ballermanns Hit „Layla“ dominiert die deutschen Charts. Städte haben verboten, dass das Lied auf Volksfestivals gespielt wird, da der Text zu sexistisch sei. Bundesjustizminister Marco Buschmann hat sich nun in die Debatte eingeschaltet. Produzent Ikke Hipgold bleibt cool.

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Die Wirte des Oktoberfestes in München gaben kürzlich bekannt, den Schlager „Layla“ nicht spielen zu wollen. Jetzt besetzt der Wirtschaftsreferent der Stadt München eine Stelle. Es sollte den Geschmack der Menschen nicht beeinträchtigen. Offenbar haben einige Gastgeber weiterhin Bedenken.

Das umstrittene Lied „Layla“ wird nicht vom Oktoberfest verbannt. “Wer es spielen will, soll es spielen, wer nicht spielen will, soll es nicht spielen”, sagte Wiesn-Chef und Wirtschaftschef Clemens Baumgärtner (CSU) am Donnerstag in München. “Wir sind keine Kultur- oder Sprachpolizei.”

Ob der Song tatsächlich gespielt wird, bleibt abzuwarten. Medienberichten zufolge sagte der Sprecher des Gastgebers, Peter Inselkammer, kürzlich, dass bei den Gastgebern die Meinung vorherrsche, dass „Layla“ nicht in den Zelten gespielt werden dürfe. Es gibt noch viele andere gute Lieder.

Der Text des Songs von DJ Robin & Schürze, der die deutschen Charts anführte, wird derzeit heiß diskutiert: „Ich habe eine Hure, und meine Mutterhure heißt Layla. Sie ist hübscher, jünger, lustiger.“ Würzburg hat das Spielen von „Layla“ beim Kiliani-Volksfest verboten. Und auf der Messe in Düsseldorf verbannten die Schützen das Lied als Veranstalter in ihr Zelt. Sie rieten auch anderen Zelt- und Fahrgeschäftbetreibern, das Lied nicht zu spielen.

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„Die Leute wählen, was sie wollen, um die Nummer 1 in den Charts zu werden. Da muss ich mich nicht einmischen“, sagt Baumgärtner. “Ich bin auch kein Kunstkritiker. Mir persönlich gefällt das nicht.”

Clemens Baumgärtner (CSU), Arbeits- und Wirtschaftsreferent der Landeshauptstadt München

Quelle: dpa/Matthias Balk

Auch wenn es auf dem Oktoberfest kompliziert werden kann: „Das Oktoberfest ist nicht sexistisch“, betonte der Regisseur. Das Volksfest ist weder homophob noch in sonstiger Weise ausgrenzend. „Die Wiesn ist niemandem gegenüber eine Zone der Feindseligkeit.“ Wie die Stadt München ist sie weltoffen und offen für alle LGBTQ+-Gruppen. Bei Antisemitismus und Gewaltverherrlichung ist die Grenze erreicht; das steht auch in den Betriebsbedingungen der Stadt München.

Neues Wiesn-Logo

Nach dreijähriger Zwangspause wird vom 17. September bis 3. Oktober wieder das größte Volksfest der Welt gefeiert.

Über Corona-Regeln für das Volksfest hatte sich die Stadt zwar manchmal Gedanken gemacht, nun soll es aber ohne Einschränkungen gefeiert werden. „Wir haben uns eine ganze Reihe von Szenarien angesehen, wie dies erreicht werden könnte“, sagte Baumgärtner. Dies war jedoch technisch und logistisch nicht machbar. Allein die Kosten hätten im niedrigen zweistelligen Millionenbereich gelegen. Zudem hat der Bundesgesundheitsminister nun selbst die Erlaubnis zum Wiesn-Feiern erteilt: Im neuen Entwurf der Bundesregierung zum Infektionsschutzgesetz sind Volksfeste nicht verboten.

Das Oktoberfest startet mit neuem Logo in die Saison. Ein zierendes O, wie Oktoberfest, soll die ohnehin schon geschützte Marke künftig in die Welt tragen. T-Shirts, Jacken, aber auch Rucksäcke, Snacktische und Wintermützen mit dem neuen Logo werden in Kürze erhältlich sein. Das Logo ersetzt das Bild zweier lachender Tassen.

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