Großer Aufruhr in Wimbledon
Nun ist auch Papst Kyrgios wegen des Tsitsipas-Skandals wütend
Stefanos Tsitsipas entging nur knapp der Disqualifikation gegen Nick Kyrgios. Was der Australier während des Spiels nicht verstehen konnte, lässt auch seinen Vater ungläubig zurück.
Gepostet: 12:23 Uhr
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Aktualisiert: 12:46 Uhr
Das Drittrunden-Duell zwischen Stefanos Tsitsipas (23) und Nick Kyrgios (27) ist wohl eines der umstrittensten Matches der Wimbledon-Geschichte. Die beiden boten über weite Strecken sensationelles Tennis, doch Diskussionen auf dem Platz überschatteten das Match.
Kyrgios sorgte für ständiges Geschwätz, sodass Tsitsipas die Beherrschung verlor und den Zuschauern nach verlorenem zweiten Satz einen Ball zuwarf. Fast hätte er jemanden am Kopf gepackt. Der Australier sei daraufhin auf den Stuhlschiedsrichter zugegangen und habe ihn gefragt, warum der Weltranglistenfünfte dafür nicht disqualifiziert, sondern nur verwarnt wurde. “Bist du dumm?” Der 27-Jährige griff Schiedsrichter Damien Dumusois an und nannte ihn „eine Schande“. Sein Vater dachte wahrscheinlich dasselbe.
Doppelmoral? Papst Kyrgios: „Natürlich“
Warum der Grieche weiterspielen konnte, versteht Giorgos Kyrgios im “BBC Tennis Podcast” nicht: “Mein Sohn wäre dafür disqualifiziert worden.” Anschließend wird er gefragt, ob er im Tennis eine gewisse Doppelmoral sehe. “Natürlich. Du musst mit allen die gleiche Linie haben.”
Die Szenen erinnern an die US Open 2020, als Novak Djokovic (35) einen Linienrichter ins Genick traf. Obwohl dem 20-maligen Grand-Slam-Sieger kaum Vorsatz vorgeworfen werden konnte, schoss Tsitsipas den Ball gezielt auf die Tribüne. Serbisch wurde disqualifiziert, Griechisch nicht. Nur weil er niemanden erwischt hat.
Skandal bei den US Open: Hier trifft Djokovic den Linienrichter ins Genick! (01:14)
Busse für beide
Eine Geldstrafe kann der 23-Jährige jedoch nicht vermeiden. Turnierorganisatoren verhängten eine Geldstrafe von 10.000 US-Dollar gegen Tsitsipas. Auch Kyrgios muss sein Portemonnaie zücken, der Australier muss 4.000 Dollar für seine verbalen Unterbrechungen lockern.
Der Weltranglisten-40. hat am Montagnachmittag (ab 14.30 Uhr, SRF 2) die Chance, zum zweiten Mal seit 2014 ins Wimbledon-Viertelfinale einzuziehen. Vor ihm steht Brandon Nakashima (20, ATP 56) aus den USA hat noch nie am Achtelfinale des Grand Slam teilgenommen. Die Show ist immer notwendig, wenn man in Kyrgios spielt. Wir hoffen, dass es diesmal wieder sportlich wird. (die)