Winterthurer Reinigungsausfall
Die Putzfrau entfernt die teuren Kunstwerke aus der Schule
Er sollte die Schule gründlich reinigen und das tat er auch. Eine Putzfrau zerstörte ein Kunstwerk an einer Berufsschule in Winterthur. Der Schaden: 30’000 Franken!
Veröffentlichung: 15.58 Uhr
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Aktualisiert: 15:59 Uhr
An den Wänden der Berufsschule an der Wülflingerstrasse in Winterhur ZH war viel los. Schwarze Gestalten und Gestalten sprangen dort hin. Es ist kein Studentenprojekt, sondern ein echtes Kunstwerk. Doch eine Putzfrau wusste es nicht und entfernte die scherenschnittartigen Formen.
“Das war ein Schock für mich”, sagte Rektor Roland Harders dem Landboten. Das Werk der Winterthurer Künstlerin Katharina Henking stammt aus dem Jahr 2007 und war ungesichert.
Immerhin: Die Figuren sind nicht im Eimer gelandet. Die Putzfrau hatte sie in eine Kiste gesteckt. Inzwischen hat Henking im Schulgebäude ein neues Kunstwerk installiert. Geh zurück zu den weißen Wänden. Wieder dunkle Figuren und Formen im Silhouettenmuster. Kosten: CHF 30’000.
“Es war wirklich absurd”
Der Reinigungsfehler ereignete sich im Sommer 2020. Aufgrund von Corona wurde das Gebäude von Grund auf gereinigt. Die schwarzen Gestalten an der weißen Wand fielen unter sie.
„Das ist ein klassisches Missverständnis“, sagte Rektor Roland Harders. Die Frau hat es nicht mit Absicht getan. Als er seinen Fehler bemerkte, soll er geweint haben. Der Künstler nahm es mit Humor. Er lachte, als er von dem Reinigungsfehler hörte. “Es war wirklich absurd”, sagte Henking Der Landbote. Immerhin ist die neue Kunst im Schulgebäude nun gerahmt.
Die Putzfrau hat die Fettecke gereinigt
Immer wieder kommt es vor, dass Kunst versehentlich im Müll landet. So verwechselte im Februar 2016 eine Reinigungskraft eine Einrichtung an der Philippuskirche in Mannheim mit Müll. Kurzerhand schnappte er sich die Goldplatten und legte sie in den Eimer.
Die glänzenden Teller waren eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht. Das Werk mit dem Titel „Behausung 6/2016“ stammt von der deutschen Künstlerin Romana Menze-Kuhn (64). Die Rutschen sollten schutzsuchende Menschen symbolisieren.
Das berühmteste Beispiel stammt jedoch aus. 1986 putzte eine Reinigungskraft der Düsseldorfer Kunstakademie eine schmierige Ecke des Künstlers Joseph Beuys (1921-1986). (jmh)