“Wir können uns jetzt auf die Verwendung von Masken vorbereiten”

Aus Hildburg Bruns

„Wir sind auf der Sommerwelle“, sagt Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (56, Grüne). Noch ist unklar, wie viel Crown im Herbst bringen wird. Eine Prognose wagt der Grünen-Politiker dennoch: „Wir können uns jetzt darauf vorbereiten, eine Maske zu tragen.“

Eines ist klar: Berlin geht diesen Herbst anders, es befindet sich in einer Phase des Übergangs von der Pandemie zur Endemie mit vielen immunisierten Menschen. BZ beantwortet aktuelle Entwicklungsfragen.

Wie sind die Berliner vorbereitet? Nur 7 % bleiben ungeimpft oder haben sich erholt. 79,4 % wurden mindestens einmal geimpft, 61,1 % wurden geimpft. Bei den über 60-Jährigen beträgt die Immunitätslücke durchschnittlich 4,3 Prozent.

Welche Maßnahmen könnte Berlin derzeit ergreifen? Im Moment (bis 23. September) nur grundlegende Maßnahmen wie Maskenpflicht in Pflegezentren, Kliniken, öffentlichen Verkehrsmitteln.

… und in der Zukunft? Dies hängt von der Änderung des Infektionsschutzgesetzes durch die Bundesregierung ab. Im September soll es kommen. Senator Gote erwartet eine Toolbox mit vielen Optionen für Bundesländer.

Was soll ermöglicht werden? Ggf. ist eine Wiedereinführung der Maskenpflicht für den Einzelhandel und den Nahverkehr denkbar, in Kombination mit aktuellen Tests für Klinik-/Krankenhauspersonal/Besucher. Eventuell auch Zugang zur Veranstaltungsordnung und großzügige Nutzung des Homeoffice.

Was erwartet die Schulen? Sie sollen wie Kitas geöffnet bleiben. Nicht-Ursachen-Tests sollten vermieden werden.

Was passiert, wenn eine neue Variante des SARS-CoV-2-Virus auftaucht? Die Entwicklung eines neuen Impfstoffs wird dann einige Monate im Voraus erwartet. Im schlimmsten Fall müssten staatliche Impfzentren und mehr mobile Impfgeräte wiederverwendet werden.

Ende des Monats führt die Bundesregierung eine Drei-Euro-Franchise für Bürgertests ein.

So teuer könnte die Pandemie wieder werden

► Corona-Impfzentrum: bei maximal 3.500 Impfungen pro Tag 14,5 Millionen Euro pro Monat plus 3,9 Millionen Euro für den Bau. Bei einer Kapazität von 1.000 Impfstoffen pro Tag lägen die monatlichen Kosten bei 1,5 Millionen Euro plus 220.000 Euro Baukosten.

► Corona- und Impf-Telefonberatung: 2,7 Millionen Euro pro Monat für 300 Mitarbeiter.

► Testung von Mitarbeitern in Kronen-Impfzentren: für zusätzlichen Raum, Mobiliar, Betriebskosten monatlich 287.000 Euro.

► Mobile Impfgeräte: Berlin betreibt derzeit zwölf Teams, eines pro Bezirk. Die Zusammensetzung: Arzt, Assistent, Helfer von Dokumentationshilfeorganisationen, zwei Sicherheitskräfte. Die Nutzung von 23 Mobilgeräten würde monatlich 3,45 Millionen Euro kosten.

► Aufklärungskampagne: Um der Impfmüdigkeit entgegenzuwirken, wurden 4,7 Millionen Euro im Berliner Haushalt verbucht.

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