„Wir sind begeistert“ Moderna kündigt Fortschritte mit dem Omicron-Impfstoff an
08.06.2022, 20:30 Uhr
Obwohl die Politik noch keine konkreten Maßnahmen für einen möglichen Herbst im Herbst beschlossen hat, gibt es zumindest von Seiten der Impfstoffhersteller positive Signale. Nach den ersten Studien mit dem Omicron-Impfstoff vertraut Moderna.
Das amerikanische Biotechnologieunternehmen Moderna hat positive Ergebnisse der Studie mit einem neuen Kronenimpfstoff gemeldet, der sowohl die ursprüngliche Form des Virus als auch die Omicron-Variante schützen soll. Nach Angaben des Unternehmens nahmen 814 Erwachsene an der Studie teil, die bereits drei Dosen von Modernas Original-Kronenimpfstoff Spikevax erhalten hatten. Etwa die Hälfte erhielt eine vierte Dosis Spikevax, die zweite Gruppe erhielt eine Dosis des neuen Impfstoffs namens bivalent gegen beide Varianten.
Studienteilnehmer, die den neuen bivalenten Impfstoff erhielten, wiesen im Durchschnitt etwa 75 Prozent höhere Antikörperwerte gegen die omicron-Variante auf als in der Vergleichsgruppe. Ihr Immunschutz gegen frühere Kronenvarianten war auch etwas höher als der der Gruppe, die eine vierte Dosis Spikevax erhalten hatte. „Wir freuen uns sehr“, sagt Moderna-Chef Stéphane Bancel über das Ergebnis der Studie. Er hofft, dass der neue Kronen-Impfstoff der Favorit seines Unternehmens für einen Antrag auf Zulassung eines Kronen-Auffrischimpfstoffs für den nächsten Herbst sein wird.
„Wir wollen im August lieferbereit sein“, sagte Bancel in einem Interview mit Investoren. Moderna räumte ein, dass der bivalente Impfstoff etwas weniger Antikörper gegen die neuen Omicron-Subtypen erzeugen wird, die jetzt im Umlauf sind. Die Schutzwirkung ist jedoch noch größer als bei einer Auffrischimpfung mit Spikevax. Modern liegen noch keine Daten zur Schutzdauer des neuen mRNA-Impfstoffs vor. In den USA will eine Gruppe der Food and Drug Administration (FDA) am 28. Juni über die Strategie für Auffrischimpfungen für Herbst und Winter beraten.
Der deutsche Rivale Biontech arbeitet auch mit dem US-Partner Pfizer an Nachfolgeversionen seines Impfstoffs und plant, Daten in den kommenden Wochen zu veröffentlichen. Allerdings wartet das Unternehmen auch auf die Genehmigung für den Herbst. „Je nach Entscheidung der Behörden könnte ein angepasster Impfstoff im August, September oder Herbst zugelassen werden“, sagte Vorstandschef Ugur Sahin vergangene Woche auf der Hauptversammlung des Biotechnologieunternehmens in Mainz.