Nach Enthüllungen über die Ernennung des ehemaligen OMV Seele-Chefs will Neos einen Unterausschuss aus Russland. Die Grünen wären dabei. Die SPÖ kämpft. Darüber sind FPÖ und ÖVP nicht erfreut.
Wien. Dieser Winter kann besonders kalt werden. Der russische Präsident Wladimir Putin stoppt schrittweise die Gaslieferungen an die aufständischen europäischen Länder. Österreich versucht, sich nicht mit Russland anzulegen: Immerhin werden 80 Prozent des heimischen Gasverbrauchs von Russland gedeckt. Aber wie konnte Österreich so abhängig werden? Kommt es auf die Neos an, soll dies in einem geheimen Gremium geklärt werden.
„Ich werde auf alle Parteien zugehen: Es bedarf dringend einer Untersuchungskommission, wer die Abhängigkeit Österreichs vom Kreml vorantreibt und wer davon profitiert“, twitterte Neos-Chefin Beate Meinl.-Reisinger am Dienstagabend. Grund für seinen Wechsel war ein “Presse”-Artikel über die Ernennung des ehemaligen OMV-Chefs Rainer Seele. Der Norddeutsche war früher Vorstandsvorsitzender von Wintershall, einst Deutschlands größtem Erdöl- und Erdgasproduzenten. Er baute das Unternehmen in Russland um und pflegte daher hervorragende Kontakte zum Kreml.
Aus diesem Grund hatte ein befreundeter westlicher Geheimdienst Österreich 2015 ausdrücklich davor gewarnt, dass Putin selbst die Berufung von Seele in den OMV-Vorstand begrüßen würde. Dies würde Österreich abhängiger von Russland machen.