Seit 36 Jahren fliegt die Airline mit Boeing 767. Jetzt beginnt Japan Airlines mit der Nachfolgeplanung. Ein Boeing-Modell und ein Airbus-Modell sind verfügbar.
Dem Auftrag war ein harter Kampf vorausgegangen. Sie war gekennzeichnet “von einer aggressiven Verkaufspolitik der Konzerne, diplomatischem Druck und einem Streit hinter den Kulissen zwischen zwei der einflussreichsten Ministerien”, schrieb die New York Times am 30. September 1983. Am Tag zuvor hatte Japan Airlines eine neue Boeing 767 angekündigt – 200 zu kaufen.
Das japanische Außenministerium forderte die Fluggesellschaft auf, bei Airbus einzukaufen, und das Handelsministerium, bei Boeing zu bestellen. Am Ende entschied sich JAL für die Amerikaner. Dies sei ein “großer Sieg für Boeing über Airbus Industrie”, kommentierte die Zeitung.
Der Airbus A321 Neo hat gute Chancen
Japan Airlines fliegt noch heute das erste zweistrahlige Großraumflugzeug von Boeing. 29 Exemplare der neuen Boeing 767-300-Variante sind noch im Einsatz. Die Jüngsten sind fast 11 Jahre alt, die Ältesten fast 20 Jahre alt. Aber seine Zeit ist gekommen. Über die Nachfolge werde laut einem Manager der Nachrichtenagentur Reuters in den nächsten ein bis zwei Jahren entschieden.
Und Airbus hat die Chance, sich zu rächen. Neben der Boeing 787 ist laut JAL-Manager auch die A320-Neo-Familie verfügbar. Der A321 Neo mit LR- und XLR-Varianten mit größerer Reichweite könnte in ganz Asien eingesetzt werden. Japan Airlines betreibt bereits 47 Dreamliner in den Varianten 787-8 und 787-9.
Airbus A220 oder Embraer E2 für die Regionalflotte?
Japan Airlines will nicht nur über den Ersatz der Boeing 767 entscheiden, sondern auch über die von ihrer Tochter J-Air betriebene Regionalflotte. Es besteht derzeit aus 32 Embraer E170 und E190. Hier kämen die Flugzeuge Airbus A220 und Embraer E2 in Frage, sagte der JAL-Manager gegenüber Reuters.
Der Ersatz der Boeing 767 und Embraer E-Jets betrifft fast ein Drittel der Flotte von Japan Airlines. Sie umfasst derzeit 207 Flugzeuge.