Wirecard: Die vielen neuen Identitäten von Jan Marsalek

Der Ex-Wirecard-Vorstand ist auf der Flucht. Mehrere Dokumente erhärten das Gerücht, er stehe in Moskau unter dem Schutz des russischen Geheimdienstes. Eine Spurensuche.

Zwei Jahre nach seinem Verschwinden sind die Fotos von Wirecard: Jan Marsaleks vielen neuen Identitäten immer noch auf deutschen Flughäfen und Autobahnen zu sehen. Die Behörden in Deutschland und Österreich suchen intensiv nach dem Mann, der zu den Hauptverantwortlichen für die deutschen Wirtschaftsmisserfolge der letzten Jahrzehnte gehört. Und auch die Medien suchen nach ihm: Die „Süddeutsche“ und das „Dossier Center“ in London des ehemaligen russischen Oligarchen und Kremlkritikers Michail Chodorkowski gingen monatelang akribisch allen Hinweisen nach. aus Österreich geliefert. Das Ergebnis: Viele von Marsaleks Spuren führen nach Moskau, aber wohl nicht alle zur Wahrheit.

Videos, Pässe, Fotos: Die „Süddeutsche“ und das „Dossier Center“ erhielten viele Hinweise, die langjährige Gerüchte erhärten dürften, Marsalek stehe seit seiner Flucht im Juni 2020 unter dem Schutz der Geheimdienste in der russischen Hauptstadt Moskau. Diese Dokumente sollen Marsalek im Nobelrestaurant La Marée in Moskau zeigen, das für seinen Fisch berühmt ist und in dem auch der russische Präsident Wladimir Putin diniert. Marsalek soll sich in der Metropole mit schönen Frauen umgeben und wilde Partys gefeiert haben, im Wesentlichen das pompöse Leben fortsetzen, für das er in Deutschland bereits berühmt und berüchtigt war. Die Überprüfung der Echtheit dieser Dokumente ist schwierig und zeitaufwändig: Eine Quelle stellte sich als unehrlich heraus. Dies bedeutet nicht, dass alle Quellen unbrauchbar sind.

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