Wo ist Teslas Cybertruck? Elon Musk gibt einen neuen Starttermin bekannt

November 2019: Elon Musk präsentiert den Cybertruck. Bild: AP

Der Elektro-Pickup von Tesla, der 2019 von Elon Musk den Medien vorgestellt wurde, war in letzter Zeit ruhig. Nun nimmt der Verkaufsstart nach und nach Gestalt an, doch die Konkurrenz ist schon einen Schritt weiter.

21.07.2022, 20:4121.07.2022, 23:59

Ein Prototyp des Tesla Cybertruck Foto: Cybertruck Owners Club

Elon Musk sagte bei einer Telefonkonferenz mit Investoren, dass das Unternehmen den Cybertruck voraussichtlich „bis Mitte nächsten Jahres“ ausliefern werde. Dieselbe Frist hatte er Ende Mai in einem Interview versprochen.

Auch wenn das noch vage klingt, ist es ein konkreterer Zeitplan als der, den Musk Anfang dieses Jahres gegeben hat. Damals sagte er, dass die E-Sammlung „hoffentlich“ nächstes Jahr kommt.

Schätzungen zufolge gibt es fast 1,5 Millionen Reservierungen für den Cybertruck. Foto: Club der Cybertruck-Besitzer

Die Präsentation von 2019 besagte, dass die Produktion Ende 2021 beginnen würde. Anfang 2021 sagte Musk, dass eine Handvoll Cybertrucks bis Ende des Jahres an Kunden ausgeliefert würden, aber es kam nie zu Lieferungen. Im August 2021 kündigte Tesla eine Verzögerung bis 2022 an. Die Auslieferung soll nun frühestens Mitte 2023 beginnen. Produziert wird in der neuen Gigafactory in Texas.

Bei der Eröffnung der neuesten Gigafactory Anfang April sagte Musk: „Wir sind nächstes Jahr mit dem Cybertruck in Produktion, wir werden mit dem Roadster und mit dem Semi in Produktion sein. Es kommt alles.“

Der Cybertruck bei der Eröffnung der Gigafactory in Texas. Bild: Tesla

Ende Mai bestätigte Musk in einem Interview, dass das Design fertig sei und es Zeit sei, loszulegen. Zuvor wurde der Prototyp mehrfach überarbeitet. Wohl etwas zu oft für Musk, wie er im Interview angedeutet hat. Was sich seit der Präsentation Ende 2019 genau geändert hat, ist nicht bekannt.

Die Besonderheit des Cybertruck ist sein kantiges und ungewöhnliches Design. Tesla soll Schwierigkeiten gehabt haben, diese Form für den Einsatz in der realen Welt sicher zu machen. Was Tesla noch tun muss, um den Cyber-Truck auf die Straße zu bringen, erklärte Musk bei der Telefonkonferenz mit Investoren nicht.

Die lange Arbeit am Design habe den Start aber letztlich nicht verzögert, sagte Musk. Viel entscheidender war die Chipknappheit. Musk begründete die Verzögerung früher mit vollen Produktionskapazitäten: “Wenn wir neue Fahrzeuge einführen, würde unsere gesamte Fahrzeugproduktion zurückgehen”, sagte er im Januar 2022. Und auch, “wir werden dieses Jahr keine neuen Fahrzeugmodelle einführen”.

Die Präsentation war nicht nach Musks Geschmack …

Tesla steht seit der Corona-Pandemie vor den gleichen Problemen wie der Rest der Autoindustrie: Materialknappheit, Produktionsstillstände und anhaltende Probleme in der Lieferkette halten die Produktion zurück Tesla brachte im zweiten Quartal des laufenden Jahres nur 254.695 Fahrzeuge an seine Kunden, das ist im ersten Quartal ein Rückgang in etwa zwei Jahren. Wie jeder andere Autohersteller kann auch Tesla derzeit weit weniger Autos bauen, als tatsächlich nachgefragt werden. „Tesla hat kein Nachfrageproblem, wir haben ein Produktionsproblem“, beschrieb Musk Anfang des Jahres.

Ford ist Tesla mit einem Elektro-Pickup voraus

Inzwischen haben Konkurrenten wie Ford und Rivian ihre eigenen Elektro-Pickups auf den Markt gebracht, wobei Ford behauptet, im nächsten Jahr 150.000 F-150 Lightning zu produzieren. Die Produktion des laufenden Jahres ist längst erschöpft. Deshalb setzte Ford neue Reservierungen bereits Ende 2021 aus, nachdem 200.000 Vorbestellungen eingegangen waren. Wer jetzt nach Elektroabholung fragt, muss sich noch etwas gedulden.

Ford F-150 Lightning: Das Elektroauto für Amerika

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Ford F-150 Lightning: Das Elektroauto für Amerika

Während der Cybertruck und der F-150 Lightning große Pickups sind und sich wie warme Semmeln verkaufen werden, sprechen sie unterschiedliche Zielgruppen an. Tesla gilt als Pionier der Elektroautos für die urbane Elite. Mit dem konventionell anmutenden Ford F-150 Lightning hingegen sollen Elektroautos das gesellschaftliche und geografische Zentrum der Vereinigten Staaten erreichen. Mit dem Lightning will Ford auch Farmer und Händler in ländlichen und konservativen Regionen Amerikas zum Umstieg auf Elektromobilität animieren.

Anzumerken ist, dass in den USA alle großen Autohersteller auf große und schwere Elektro-Pickups setzen, da SUVs mit großen Ladeflächen dort seit Jahrzehnten zu den meistverkauften Fahrzeugen gehören. Insbesondere der F-150 von Ford ist seit fast 50 Jahren das meistverkaufte Auto in den USA.

Smart (Kleinwagen), VW Golf (Kleinwagen), Tesla Model X (großes SUV) und Cybertruck (Pick-up) im Größenvergleich.

Aus europäischer Sicht sehen Elektro-Pickups absurd groß aus, aber in den USA werden sie als Nutzfahrzeuge einen wesentlichen Beitrag zur Elektrowende leisten.

Joe Biden quietscht die Reifen des Elektro-Hummers. Darf er den Cybertruck auch 2023 Probe fahren?

Präsident Biden setzte ihn heute in Michigan ans Steuer eines elektrischen Hummer. pic.twitter.com/BOQpqiBlhE

– Kelly O’Donnell (@KellyO) 17. November 2021

Biden nutzte im vergangenen Jahr einen Besuch in einem neuen Elektrofahrzeugwerk von General Motors in Detroit, um mit dem elektrischen Hummer eine Runde zu drehen.

Aktuell kann der Cybertruck in der Schweiz nicht reserviert werden. Ob der F-150 Lightning den Sprung nach Europa schafft, ist bei Ford noch offen.

Ein Prototyp des Cybertruck im Video

(war)

Netflix lief im zweiten Quartal dank Hits aus Serien wie „Stranger Things“ nicht so schlecht wie befürchtet. Die Nutzerzahlen gingen in den drei Monaten bis Ende Juni um 970.000 kostenpflichtige Abos zurück, teilte der Streaming-Marktführer nach US-Börsenschluss am Dienstag mit.

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