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7. Juli 2022

Analysten bewerten ausgewählte Finanzinstitute und in Zeiten eskalierender Inflation lohnt es sich auch für Anleger, auf Goldaktien zurückzublicken.

Die Banken hatten es nach der Finanzkrise wahrlich nicht leicht: Erst hat ihnen der Regulierungswahn der Behörden das Geschäft ruiniert, dann hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen de facto abgeschafft. Es folgten Dürrejahre und eine Rückkehr zum Kerngeschäft, immer mit wachem Blick auf die vom Regulator vorgegebene „CET1-Kapitalquote“. Aus Spargründen führte dies zu einer Reduzierung der Büronetze. Schließlich beschleunigte Corona den Trend zu digitalen Lösungen, der bereits durch neue Wettbewerber, Fintechs, aktiviert worden war.

Diese Wettbewerber erschweren auch etablierten Finanzinstituten den Markterfolg. Viele Banken haben Strategien entwickelt, um im Auge behalten zu können, denn die globale Fintech-Branche wächst rasant. Getrieben wird dieses Wachstum von einem dynamischen Mix aus innovativen Start-ups und großen Technologieunternehmen. Wollten Banken das Potenzial von Fintech nutzen und neue Mehrwerte schaffen, müssten sie mit diesen innovativen Unternehmen zusammenarbeiten, sagen EY-Beratungsexperten.

Wie die EY-Analyse von 45 globalen Finanzinstituten zeigt, kooperieren derzeit jedoch nur 25 % der Banken mit Fintech-Unternehmen. Der jüngste Fintech-Boom hat laut Capgeminis 2022 Global Retail Banking Report auch zu einem Paradigmenwechsel in Bezug auf die Erwartungen der Verbraucher an das Banking geführt. Es zeigt, was Verbrauchern in ihren Finanzinstituten fehlt, und das ist auch der lustige Faktor, so unglaublich es klingt: 52 % der Befragten gaben an, dass Banking keinen Spaß macht.

Eine Institution, bei der der „Spaß“ lange verloren ging, ist die Deutsche Bank. Nach Jahren massiver Expansion geriet das Institut vor der Finanzkrise unter dem Schweizer CEO Josef Ackermann in extreme Schwierigkeiten. Es stellte sich heraus, dass nicht alles, was Ackermann (der aus dem Investmentbanking kam und die Konzernzentrale der Deutschen Bank nach London verlegen wollte) zumindest erfolgreich war.

Die Bank wurde im Zuge der Finanzkrise von einer Klageflut heimgesucht. Zyniker sagten, aus dem einstigen Aushängeschild der deutschen Finanzszene sei heute eine Anwaltskanzlei mit angeschlossenem Bankgeschäft geworden. Milliardenzahlungen in Milliardenhöhe lasteten auf Ertrag und Reputation.

Die Gewinne brachen ebenso ein wie der Aktienkurs: Lag er im Mai 2007 noch bei knapp 90 Euro, kämpfte er zum Redaktionszeitpunkt dieses Artikels mit der 9-Euro-Hürde. Doch seit dem Vorjahr ist die Hoffnung bei der Deutschen Bank wieder gewachsen: Das Jahr 2021 brachte rund 1,94 Milliarden Euro Gewinn ein. Die vergangenen Jahre waren von zum Teil immensen Verlusten geprägt; 2015 waren es beispielsweise 6,8 Milliarden Euro. Und damit ist die Stimmung der Analysten wieder zugunsten Frankfurts.

Die Schweizer Großbank UBS beispielsweise beließ das Rating der Deutschen Bank auf „Kaufen“ mit einem Kursziel von 15,30 €. Das Institut habe dank guter Ergebnisse die Erwartungen übertroffen, sagte Analyst Daniele Brupbacher in einer Reaktion auf den Quartalsbericht. Die US-Bank JP Morgan hatte zuvor mit ihrem Rating in die gleiche Richtung gedeutet und die Bank auf „overweight“ gesetzt (bei unverändertem Kursziel von 15 Euro).

Letztere hob die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs sogar von 18,70 auf 19,10 Euro an und beließ das Rating ebenfalls auf „Kaufen“. Laut Analyst Chris Hallam zeigten die Zahlen für das erste Quartal unerwartet hohe Gewinne, aber auch höher als erwartete Kosten. Der Experte erhöhte seine Gewinnprognose (EPS) für die Jahre 2022 bis 2024.

Auch eine Bank eines deutschen Nachbarn verdient die Aufmerksamkeit der Investoren: Die niederländische ING mit Sitz in Amsterdam gehört zu den 30 Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als systemrelevantes Finanzinstitut eingestuft werden. Sie unterliegt daher einer besonderen Überwachung und strengeren Eigenkapitalanforderungen. Die Gruppe entstand 1991 aus einer Fusion zwischen dem Versicherer Nationale-Nederlanden und der NMB Postbank Group. Sie ist eine Holdinggesellschaft, die als Muttergesellschaft mehrerer Banken und Versicherungen fungiert, darunter die niederländische Bank ING oder die deutsche Tochtergesellschaft ING-Diba. Gemessen an der Marktkapitalisierung ist das Unternehmen der achtgrößte Finanzdienstleister der Welt und damit die Nummer eins in den Niederlanden.

Während der Finanzkrise erhielt die ING Groep 2008 10 Milliarden Euro staatliche Beihilfen. Es folgten verlustreiche Jahre und das Unternehmen trennte sich. Dieser Schritt sollte das Risiko halbieren und das Geschäft des Konzerns reduzieren. Alles in allem war es pures Gift für den Aktienkurs: Die ING-Aktie fiel von rund 26 Euro im Jahr 2007 auf rund 9 Euro. Aber auch die Analysten zeigen wieder den Daumen nach oben für die Niederländer: Die Schweizer Bank Credit Suisse hat das ING-Rating laut Quartalszahlen erneut auf „Outperform“ gesetzt, mit einem Kursziel von 13 Euro. Die sich verbessernden Trends bei den Nettozinserträgen und -aufwendungen wurden jedoch von steigenden Risikokosten für Russland überschattet. Bei der niederländischen Hauptbank führte dies zu einer Ausschüttung von überschüssigem Kapital am unteren Ende der Erwartungen. Und auch die Experten der Deutschen Bank geben grünes Licht und sehen den Preis ebenfalls bei 13 Euro. Insgesamt legte die niederländische Großbank laut Analyse ordentliche Zahlen vor.

In Zeiten, in denen das Kaufen zur schmerzhaften Prozedur und das Tanken zum traumatischen Erlebnis wird, weil die Inflation über das Land galoppiert, steigt das Interesse an Gold, auch durch kriegerische Aktivitäten vor der Tür zur EU. Der Preis des Edelmetalls ist seit 2010 um 87 % in Dollar gestiegen; allein in den letzten fünf Jahren waren es über 50 % in Euro.

Goldminenaktien sind eine Alternative zu physischem Gold. Interessant ist hier der kanadische Minenkonzern Yamana Gold, der gute Ergebnisse für das erste Quartal meldete: Yamana verdiente 0,09 US-Dollar pro Aktie, 0,03 US-Dollar (oder 30 %) mehr als von Analysten erwartet.

Für eine starke Performance sorgten vor allem zwei Minen in Südamerika: Jacobina in Brasilien und Cerro Moro in Argentinien. Trotz der Dividendenzahlung stieg der Barbestand des Unternehmens auf 516,4 Millionen US-Dollar. Yamana zahlt derzeit eine vierteljährliche Dividende von 0,03 $ je Aktie. Die Aktie hat in den letzten drei Jahren um mehr als 150 % zugunsten der Anleger und des Aktienkurses zugelegt, in den letzten drei Monaten um 35 %.

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