Wohneigentum in Österreich „ein Luxusgut“

Aus . – 11.08.2022 05:00 (akt. 11.08.2022 09:49)

Einen Wohnraum in Wien und Österreich zu mieten ist relativ günstig. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Symbolbild, Bühnenbild)

Der Traum vom Eigenheim wird finanziell immer schwieriger zu verwirklichen. Das Jahr 2021 bedeutete eine elfprozentige Steigerung der Quadratmeterpreise für Neubauwohnungen in Österreich. Im ersten Quartal 2022 gab es ein Plus von 13 Prozent, wie das Beratungsunternehmen Deloitte in seinem „Property Index 2022“ ausführt.

Damit liegt Österreich im Ländervergleich bei Wohnbauprojekten pro 1.000 Einwohner auf Platz eins.

Analyse des Immobilienmarktes

Mit dem Index analysiert das Beratungsunternehmen jährlich den europäischen Immobilienmarkt. Bei steigenden Kaufpreisen gehört die Alpenrepublik neben Deutschland und Frankreich nur noch hinter Großbritannien zu den teuersten Plätzen. Der Quadratmeterpreis beträgt dort 4.905 Euro.

Preis für neue Wohnungen in Wien

Mit einem durchschnittlichen Neubaupreis von 5.788 Euro pro Quadratmeter lag Wien im Analysezeitraum 21 Prozent über dem österreichischen Durchschnitt. Im Ranking der europäischen Städte bietet die Landeshauptstadt allerdings geradezu Schnäppchenpreise und lag weit hinter Städten wie Paris mit 13.462 Euro oder München mit 10.500 Euro.

„Obwohl es für manche paradox erscheinen mag, ist unser Kapital relativ erschwinglich“, sagt Gabriele Etzl, Partnerin und Leiterin Immobilien bei Deloitte Legal. „Zum Vergleich: In Lissabon zahlt man mehr als das Dreifache des durchschnittlichen Immobilienpreises in Portugal. Hier ist das Stadt-Land-Gefälle viel größer.“

Einen Wohnraum in Wien zu mieten ist relativ günstig

Auch im internationalen Vergleich ist das Mieten von Wohnraum in Wien und Österreich günstig. Mit durchschnittlich 8,66 Euro pro Quadratmeter war die Miete in Wien sogar günstiger als in Graz (10,40 Euro) oder Linz (10,22 Euro). Damit liegen Sie im unteren Drittel Europas. Paris (29,10) liegt vor Oslo (26,56) und Inner London (25,12).

Bauvorhaben in Planung

Nirgendwo werden mehr Bauvorhaben geplant als in Österreich. Im Jahr 2021 wurden auf 1.000 Einwohner insgesamt 10,6 Projekte gestartet. Polen mit 7,3 und Slowenien mit 6,1 Bauvorhaben je 1.000 Einwohner sind noch deutlich entfernt. Italien belegt in der Deloitte-Studie mit 1,0 begonnenen Bauprojekten pro 1.000 Einwohner den letzten Platz.

Fazit aus Sicht von Deloitte: Die COVID-19-Krise und historisch niedrige Zinsen lösten im vergangenen Jahr eine regelrechte Flucht in „Betongold“ aus. „Durch diese Entwicklung wird auch das Leben hierzulande teurer. Während die Mieten in der Hauptstadt für die Allgemeinheit noch erschwinglich sind, ist Eigentum mittlerweile ein Luxusgut“, sagt Etzl.

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