Wölfe brechen in Graubünden eine Mutterkuh

Erstmals in Graubünden: Wölfe brechen ein ausgewachsenes Nutztier, in diesem Fall eine Mutterkuh. (Archivbild)

Schlüssel Schlüssel

Eine Herde Wölfe hat in Graubünden eine siebenjährige Mutterkuh getötet. Ein Vertreter des Kantons zeigte sich besorgt über den Vorfall. Die Wölfe in Beverins Herde verhalten sich seit langem “sehr problematisch”.

In Graubünden haben in der Nacht zum Samstag mehrere Wölfe eine Mutterkuh angegriffen und getötet. Laut Behörden ist dies der erste Fall im Kanton, bei dem ein ausgewachsenes Nutztier einer Rinderfamilie von einem oder mehreren Wölfen getötet wurde.

Das Töten einer erwachsenen Mutterkuh sei eine “absolut neue Dimension”, sagte der Jagd- und Fischereichef Adrian Arquint der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. Der Vorfall ereignete sich auf der Alp Nurdagn im Schamserberg, wie der Kanton Graubünden mitteilte. Der Fundort des toten Viehs lag im Revier der sogenannten Beveriner Herde.

🐺 Freitag Nacht bis Samstag, 8/9. Im Juli 2022 wurde auf der Alp Nurdagn im Schamserberg eine Mutterkuh von Wölfen getötet. Der Ort, an dem das tote Vieh gefunden wurde, ist für Beverins Herde erreichbar. (1/2) ℹ️ pic.twitter.com/zi2TfDtXRS

– Kanton Graubünden (@kanton_gr) 9. Juli 2022

Alpmitarbeiter haben festgestellt, dass etwa drei Wölfe die Mutterkuh häufig „benutzt“ haben, sagte Arquint. Die sieben Jahre alte Kuh befand sich nach Behördenangaben zusammen mit anderen Artgenossen in einem eingezäunten Areal. Dieser Zaun gilt jedoch nicht als Herdenschutzmaßnahme. Für größere Nutztiere seien diese Vorkehrungen nicht mehr vorgesehen, sagte der Amtsleiter.

Der Kantonsvertreter hat sich besorgt über den Vorfall geäußert. Die Wölfe in Beverins Herde verhalten sich seit einigen Jahren „sehr problematisch“. 2020 riss die Herde einen Esel ab. Raubtiere werden geübt, um Viehschutzmaßnahmen zu umgehen, sagte Archint. Die Bundesregierung lehnte jedoch einen Antrag auf Erschießung des Herdenvaters ab.

Wolf-Tracker

Ranger wollen die Tiere nun vertreiben. Dazu muss ein Wolf aus der Herde Beverin betäubt und anstelle des Risses mit einem GPS-Sender ausgestattet werden. Mit dem Ortungsgerät wollen die Behörden mehr Informationen über das räumliche Verhalten der Tiere sammeln. Darüber hinaus würde diese Aktion Raubtiere “erschrecken”.

In Reichweite dieses Wolfsrudels sei die vom Bund vorgegebene Schwelle für die Anzahl der abgeschlachteten Nutztiere für sogenannte behördliche Abschüsse bereits vor dem Vorfall auf der Alp Nurdagn erreicht worden, heisst es in der Mitteilung. Derzeit sind diese Tötungen jedoch nur möglich, wenn der Umfang des Nachwuchses in der Herde bestätigt werden kann.

Dies könnte bis Ende Juli oder bis spätestens Anfang September andauern, sagte Arquint. Dann wird wohl die Hälfte der Jungtiere geschlachtet.

SDA / s

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *