Wut über „katastrophale“ Zahlen „Russische Asiaten“ klagen über hohe Todeszahlen
25.07.2022 10:53
Wächst die Unzufriedenheit unter den nationalen Minderheiten in Russland? Die Organisation “Asiaten Russlands” fordert ein Ende des Krieges und kritisiert die “katastrophale Statistik” der toten Soldaten. Angehörige nationaler Minderheiten scheinen auch bei der Entschädigung deutlich benachteiligt zu sein.
Nach Angaben des Institute for the Study of War (ISW) scheint die Unzufriedenheit der ethnischen Minderheiten Russlands mit dem Krieg in der Ukraine zuzunehmen. Die amerikanische Denkfabrik basiert auf den Aussagen von Vasily Matenov, dem Gründer der Organisation „Asiaten Russlands“.
Nach eigenen Angaben gründete er den Verein zur Unterstützung “gefährdeter und zahlenmäßig kleiner Völker, die vom russischen Staat diskriminiert werden”. „Im Moment geht es vor allem darum, den Krieg zu beenden, in den ausnahmslos alle Völker geworfen wurden! Die Statistiken der zivilen Opfer in der Ukraine sind erschreckend, ebenso die katastrophale Statistik der toten Soldaten, die nationalen Minderheiten angehören!“ Offiziell kann der Krieg in der Ukraine in Russland nur als “militärische Spezialoperation” bezeichnet werden.
Die “Asiaten Russlands” fordern außerdem, “dass unser Volk nicht nur über die Propaganda des Kreml, sondern auch über andere Quellen informiert wird! Damit das Volk für Demokratie und nicht für Diktatur kämpft”. Außerdem seien Anwälte nötig, schließlich gebe es angesichts der Verschwundenen und derer, die nicht kämpfen wollen, “viel Arbeit”.
Nach Angaben des ISW, das sich auf ukrainische Quellen stützt, sollen russische Behörden die Familien von Soldaten ethnischer Minderheiten in Todesfällen diskriminieren. Russland zahlt beispielsweise Familien toter Soldaten in Moskau dreimal so viel wie Familien von Soldaten in der von Minderheiten dominierten Region Burjatien.
ISW rechnet mit weiteren Protesten
Der US-Think Tank hat zuvor über Protestgruppen ethnischer Minderheiten berichtet. Sie dürften laut ISW weiter dagegen protestieren, dass der Kreml seine Kampfkraft vor allem aus den Randgruppen der russischen Gesellschaft ziehe.
Bereits im April berichtete die BBC, dass viele Soldaten, die in der Ukraine kämpfen, aus Ostrussland stammen. Der britische Sender hatte öffentlich zugängliche Daten von mehr als 1000 Soldaten ausgewertet, die im Krieg auf russischer Seite gestorben waren. Danach kamen viele aus Burjatien, im tiefen Osten Russlands, mehr als 6.000 Kilometer von Kiew entfernt.