Lorenz Keller, Thomas Benko
Um Virtual-Reality-Headsets, an denen Apple schon länger arbeitet, ist es lange verdächtig still geworden. Aber jetzt gibt es anhaltende Gerüchte, dass die Neuheit bei der Präsentation am Montag enthüllt wird. Die Worldwide Developers Conference (WWDC) beginnt um 19:00 Uhr Schweizer Zeit. Kommt Apples revolutionäre Brille am Montag? Oder zumindest die ersten Informationen?
Welche Art von Brille stellt Apple wirklich her?
In einem sind sich Filter und Analysten einig: Die neue Brille unterscheidet sich deutlich von den Ausfällen von Google Glass. Es geht also nicht darum, die Realität mit virtuellen Überlagerungen zu verschmelzen. Das wäre Augmented Reality, aber Apple setzt zunächst auf Virtual Reality und Mixed Reality.
Brillen sind also ein geschlossenes System, man hat zwei Bildschirme vor den Augen. 14 eingebaute Kameras in den Kopfhörern Die Kameras ermöglichen der Software, einen Teil der Realität zu integrieren. Oder Gesichtszüge und Emotionen automatisch erfassen und auf Avatare übertragen.
Etwas, das Apple bereits auf dem iPhone tut. Animojis können mit dem Face ID-Scanner zum Leben erweckt werden. Das sich bewegende Emoji ahmt Ihre eigenen Gesichtszüge ziemlich gut nach und erkennt Lachen, Ruinieren und Mundbewegungen.
Allerdings trägt man Kopfhörer nicht immer im Alltag, sondern zu besonderen Anlässen: Unterhaltung, Spiele und bei privaten oder geschäftlichen Terminen im virtuellen Raum. Apple soll dafür eine eigene Plattform namens „realityOS“ schaffen. Auf jeden Fall haben die Amerikaner diese Marke bereits in mehreren Ländern geschützt.
Apple könnte zwei Vorteile haben: Zum einen die Hardware. Man spricht von zwei 8k-Bildschirmen vor den Augen und einem kompakten Design. Die Brille könnte 3000 Franken kosten.
Auf der anderen Seite die Software: Der amerikanische Hersteller hat beispielsweise mit der Apple Watch gezeigt, dass er Soft- und Hardware gekonnt aufeinander abstimmt. Daher sollten Kopfhörer für Apple-Nutzer sehr einfach zu bedienen sein. Auch wenn es um Apple-Innovationen geht, sind Entwickler immer doppelt so motiviert, etwas Neues zu entwickeln, wie bei anderen Marken.
Und es war in den letzten Jahren oft so, dass Apple dazu beitragen konnte, Trends zu brechen. Smart Watches gab es schon vor der Apple Watch, aber die Apple Watch beflügelte die gesamte Branche und heute ist Apple der größte Uhrenhersteller.
Kommt die Brille wirklich am Montag?
Experten und Filter sind anderer Meinung. Klar ist, dass fast kein fertiges Produkt ausgestellt wird und dann direkt in die Läden geht. Die meisten Experten gehen davon aus, dass Apples Kopfhörer nicht vor 2023 auf den Markt kommen werden, auch wegen der ganzen Liefer- und Produktionsschwierigkeiten im Moment.
Aber die WWDC-Entwicklerkonferenz wäre natürlich ein gutes Schaufenster für das Konzept. Es ist also ein ziemlich realistisches Szenario, einen Prototypen zu zeigen. Gerüchten zufolge wurde dies vor zwei oder drei Wochen dem Vorstand von Apple vorgestellt.
Natürlich gibt es Gründe dagegen. Einerseits ist nicht bekannt, inwieweit die Entwicklung wirklich ist. Apple präsentiert normalerweise keine halbfertigen Produkte. Andererseits besteht die Gefahr, dass die Konkurrenz Features kopiert, wenn sie zu früh eingeführt werden.
Der allgemein gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo warnt. Er sagt, dass der Start noch weit entfernt ist und dass Apple vorsichtig ist, noch zu viele Funktionen zu enthüllen.
Möchten Sie iOS 16 auf dem iPhone 6S töten?
Ob Brille oder nicht, die wichtigen Neuigkeiten für iPhone, iPad, Apple Watch, Mac und andere Apple-Gadgets werden zweifellos auf der WWDC präsentiert. Die große Frage ist hier, ob Apple wie bei der aktuellen iOS-15-Software alle Geräte auf dem 2015 vorgestellten iPhone 6S unterstützt oder sich nur auf neuere Modelle beschränkt.
Das neue Betriebssystem für das iPhone etwa soll einen Always-on-Bildschirm ermöglichen, das soll aber nur mit dem im Herbst vorgestellten iPhone 14 funktionieren. Außerdem werden Benachrichtigungen neu gestaltet und übersichtlicher, und möglicherweise werden Widgets weiter ausgebaut.
Multitasking soll auf das iPad ausgeweitet werden, um beispielsweise Fenster unterschiedlicher Größe öffnen zu können. Und die Apple Watch könnte eine Überarbeitung des Zifferblatts der Uhr und vielleicht auch einige neue Designs erhalten.
Die Keynote von Apple wird ab 19 Uhr live auf Blick TV übertragen und von Sylwina Spiess und Thomas Benkö ins Deutsche übersetzt.