Zivilschutzländer fordern zehn Milliarden Euro

Stand: 03.06.2022 15:34 Uhr

Angesichts der zunehmenden Zahl von Katastrophen und Krisen hat der Bevölkerungsschutz eine neue Dringlichkeit erlangt. Der Bund soll zehn Milliarden Euro investieren, die Länder fordern, und sie wollen selbst ausgeben.

Zehn Milliarden Euro soll der Bund in den Schutz der Bevölkerung vor Katastrophen und Krisen investieren, so wollen es die Länder. In den nächsten zehn Jahren soll dieser Betrag zusätzlich zu den Eigeninvestitionen der Länder in den Bevölkerungsschutz fließen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann am Ende eines Innenministertreffens in Würzburg. Der CSU-Politiker ist derzeit Vorsitzender der Innenministerkonferenz (IMK).

Trinkwasser, Notstrom, Sirenen

Das als „Katastrophenschutz-Verstärkungspakt“ bezeichnete Projekt umfasst unter anderem Notversorgungsstationen, Trinkwasseraufbereitungssysteme und Notstromgeneratoren. „Katastrophen- und Katastrophenschutz gehören zu den grundlegenden Schutzversprechen des Staates an seine Bürgerinnen und Bürger“, sagte Herrmann. Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius versicherte, auch die Bundesländer würden “ausreichend” in den Schutz investieren.

Darüber hinaus sind sich die IMK-Minister einig, dass auch das Sirenenwarnnetz ausgebaut werden soll. Die Länder sehen den Bund hier in der Pflicht und haben ihn aufgefordert, die bestehenden Förderprogramme beizubehalten. Auch ein Push-Benachrichtigungssystem solle schnell eingeführt werden, sagte Herrmann.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser schloss sich der milliardenschweren inhaltlichen Forderung der Bundesländer an, doch wie viel Geld tatsächlich investiert wird, muss der Bundestag entscheiden. Der Bund werde “weiterhin massiv” Geld für den Bevölkerungsschutz ausgeben: “Klar ist aber auch, dass die Länder auch in diesem Bereich der klassischen Staatsaufgaben kräftig investieren müssen”, sagte Faeser.

Die Innenministerkonferenz sieht ein umfassendes Alarmsystem für den Bevölkerungsschutz vor

Christian Wölfel, BR, Tagesschau 17:00, 3.6.2022

Gemischtes Zentrum zur Verbesserung der Zusammenarbeit

Den Bevölkerungsschutz zu stärken bedeute vor allem eine bessere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, sagte Faeser. Deshalb hätten die Ressortleiter bereits am Donnerstag beschlossen, ein „gemeinsames Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz“ zu schaffen, „ein wichtiger Meilenstein“, sagte Herrmann.

Das Zentrum, das beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn aufgebaut wird, soll das Wissen und die Ressourcen von Bund und Ländern bündeln und beispielsweise eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Ausrüstung und Einsatzeinheiten vornehmen. verfügbar auf.

Länder sind für den Zivilschutz zuständig

Bevölkerungsschutz ist in Deutschland Ländersache und wird in der Regel von Kommunen durchgesetzt. Bei einem besonders schweren Unfall können die Länder andere Länder oder den Bund um Hilfe bitten. Auch wenn mehrere Bundesländer von einer Katastrophe betroffen sind, hat die Bundesregierung mehr Handlungsoptionen. Nur im Kriegsfall ist der Bund direkt für den Zivilschutz zuständig, dann spricht man von Zivilschutz.

Es gibt keinen Betrag für Zivilschutz

Björn Dake, ARD Berlin, 2.6.2022 22:12

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