Zoff-Ampel am Superheli: Neues Helikopter-Problem für Lambrecht

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Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (56, SPD) hat es nicht leicht. Der Skandal um den kostspieligen Helikopterflug mit ihrem Sohn sitzt ihr noch in den Knochen. Jetzt hat er wieder Probleme mit dem Hubschrauber: Das ist der neue schwere Transporthubschrauber der Bundeswehr.

Die alten Transporthelis der Luftwaffe (CH-53G) sind fast 50 Jahre alt und müssen dringend ersetzt werden. Seit 2006 gab es insgesamt 103 sichere Landungen.

Offiziell stehen derzeit zwei Helikopter zur Auswahl: der CH-47F „Chinook“ des Flugzeugherstellers Boeing und der CH-53K „King Stallion“ des Herstellers Sikorsky (gehört dem Waffenkonzern Lockheed-Martin).

Die beiden Waffengiganten geben nichts preis und haben Politiker und Beamte in den letzten Monaten aggressiv angekündigt!

Der neue Helikopter wird bis zu 60 Jahre im Einsatz bleiben. Die Bundeswehr kauft 60 CH-47F oder 44 CH-53K. Der CH-53K soll teurer, aber leistungsfähiger sein.

Die CH-53K wird von der US Navy und der israelischen Luftwaffe geflogen. Foto: Picture Alliance / ZUMAPRESS.com

Das Ministerium Lambrecht hat sich intern für den Einsatz des Modells Boeing CH-47F entschieden (berichtet BILD am SONNTAG). Die Fachpolitiker des Verteidigungsausschusses fühlen sich jedoch von Lambrechts Entscheidung völlig überfordert!

Sie bitten um einen verbindlichen Kostenvergleich. Wie bei jedem Autokauf sollte die Bundeswehr ein Vergleichsangebot einholen, bevor sie sich für eines der Modelle entscheidet.

Die BILD fragte das Verteidigungsministerium: Warum wurden keine verbindlichen Vergleichsangebote eingeholt? Das Verteidigungsministerium gibt darauf keine klare Antwort. Bedrohung: Zoff an der Ampel.

Alexander Müller (52), FDP-Sprecher im Verteidigungsausschuss, sagte zu BILD: „Zwei Helikopter können es schaffen, deshalb bestehen wir auf einem Kostenvergleich. Die FDP will vom Steuerzahler den besten Helikopter für das geringste Geld.“ .

Sein FDP-Kollege Marcus Faber (38) stimmt zu: „Wir brauchen hier ein faires Bieterverfahren. Ich will natürlich die beste Ausrüstung für unsere Truppe, und der CH-53K ist der stärkste Hubschrauber.“

Auch SPD-Politiker Johannes Arlt, 37, spricht sich für einen verbindlichen Kostenvergleich aus: „Wir sollten mindestens zwei verbindliche Angebote einholen, bevor eine Entscheidung fällt.“ die Drohne Heron I.

Die Grünen stehen der Sache öffentlich vorsichtig gegenüber, äußern am Ende aber auch Zweifel am Vorgehen des Verteidigungsministeriums.

Das sollte die deutsche CH-47F Chinook sein. Die Tanksonde (vorne) gibt es wie hier nur als Animation. Foto: Boeing

Auch die Kosten drohen zu explodieren: 5,2 Milliarden Euro sollten die neuen Helikopter zunächst kosten. Jetzt werden die Kosten im Fachmagazin Griephan auf 6 Milliarden Euro geschätzt, 800 Millionen Euro mehr!

Ein möglicher Grund: Das vom Verteidigungsministerium bevorzugte Modell CH-47F kann noch nicht betankt werden. Der Hubschrauber Sikorsky CH-53K hingegen verfügt bereits über diese Fähigkeit.

Damit Helikopter lange in der Luft bleiben, längere Strecken zurücklegen und auch mehr Fracht transportieren können, ist die Möglichkeit, in der Luft zu tanken, jedoch wichtig.

Allein zu diesem Zweck hat die Bundeswehr drei C-130J-Tanker angeschafft. Stückpreis: 195 Millionen Euro! Der neue Militärtransporter Airbus A400M soll auch Helikopter in der Luft landen können. Das heißt, ohne die Betankungskapazität von Hubschraubern hätte die Luftwaffe mindestens 600 Millionen Euro verbrannt.

Der Hersteller Boeing verpflichtet sich, die Kapazität zum Nachfüllen von Arbeitsluft herzustellen. Doch ob Boeing dieses Versprechen einlösen kann, gibt es unter Politikern ernsthafte Zweifel.

Jens Lehmann (54, CDU) ist klar: „Ich fürchte, die Bundeswehr wird mit dem Chinook ein neues 1-Milliarden-Dollar-Grab ausheben und wie beim Eurohawk an der Luftzulassung scheitern.“

Zur Erinnerung: Obwohl die europäische Drohne voll flugfähig war, verweigerte die EU-Luftsicherheitsbehörde Eurohawk schließlich 2013 die Erlaubnis, besiedelte Gebiete zu überfliegen. Das Programm wurde eingestellt und 700, Millionen an Steuergeldern verschwendet.

Ein Geheimdokument des Verteidigungsministeriums an den Haushaltsausschuss, das BILD eingesehen hat, zeigt, dass die Entscheidung zugunsten des CH-47F gefallen ist.

Lambrechts Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Hitschler (39, SPD) bezeichnet die CH-47F in einem Schreiben vom 1. Juni 2022 als „weltweit eingesetztes marktfähiges Produkt“. Das Problem: Von der luftbetriebenen Version der CH-47F gibt es weltweit nur 3 Testmodelle.

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