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Erstellt: 08.07.2022, 14:32
Von: Tobias Utz
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Präparate gegen Vitamin-D-Mangel (Symbolbild) © Claudio Divizia / Imago Images
Nach Erhalt einer Ernährungsberatung dosierte ein Mann ein Vitamin-D-Präparat so hoch, dass er mit einer Vergiftung ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Jetzt will er andere davor warnen.
East Kent – Vitamin-D-Mangel ist ein weit verbreitetes Gesundheitsphänomen. Nach einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind etwa 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland betroffen. Vitamin D ist wichtig für den menschlichen Körper, da es den Stoffwechsel von Phosphat und Calcium reguliert. Es trägt unter anderem zur Verhärtung der Knochen bei. Vitamin D fördert auch die Funktion des Immunsystems und hat Einfluss auf die Muskelkraft.
Experten empfehlen zur Behebung eines Vitamin-D-Mangels häufig Sonnenlicht.Bestrahlung der Haut kann ausreichen, damit der Körper ausreichend Vitamin D produziert.Die pharmazeutische Industrie bietet jedoch auch Produkte zur künstlichenZufuhr von Vitamin D an Die Risikobewertung warnt davor, dass es bestimmte Risikogruppen für ihre Verwendung gibt.
Zu viele Vitamin-D-Präparate: Durchfall, Übelkeit und Krämpfe
Ein Beispiel für die falsche Anwendung von Vitamin-D-Präparaten bietet nun ein Fall aus Großbritannien: Nach einem Besuch bei einem privaten Ernährungsberater nahm der Patient täglich mehr als 20 rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel gegen Vitamin-D-Mangel ein. Laut einem Bericht des amerikanischen Senders CNN enthielten die Produkte auch Präparate, die teilweise das Hundertfache der empfohlenen Tagesdosis überschritten.
Innerhalb eines Monats litt der Brite unter Symptomen wie Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen und Krämpfen in Beinen und Armen. Daraufhin stellte er die Vorbereitungen ein, aber sein Zustand blieb kritisch. Als er zwei Monate später in eine Klinik in East Kent eingeliefert wurde, soll er mehr als 15 Pfund seines ursprünglichen Körpergewichts verloren haben. Hinzu kamen schwere Nierenprobleme.
Zu viel Vitamin D: „Er ist sehr daran interessiert, dass seine Geschichte bekannt wird, um andere zu warnen.“
Nach einer mehrwöchigen Behandlung im Krankenhaus hatten sich ihre Werte endlich wieder ausgeglichen. Einer der behandelnden Ärzte, Dr. Alamin Alkundi sagte später gegenüber dem Magazin BMJ Case Reports: „Er ist sehr daran interessiert, dass seine Geschichte bekannt wird, um andere zu warnen.“
So wird seit Beginn der Corona-Pandemie der Zusammenhang zwischen einer Sars-CoV-2-Infektion und einem Vitamin-D-Mangel genauer untersucht, mit überraschenden Ergebnissen. (tun)