Aktualisiert am 17.06.2022 um 16:30 Uhr
- Zwei Wochen nach dem tödlichen Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen wurde die Lokomotive als letztes Teil des Zuges geborgen.
- Nach Angaben der Deutschen Bahn bleibt die Zugstrecke gesperrt, die Ermittlungen zur Unfallursache dauern noch an.
- Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen eines ersten Verdachts auf fahrlässige Tötung gegen drei Eisenbahner.
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Zwei Wochen nach dem tödlichen Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen wurde die Lokomotive am Freitag als letztes Teil des Zuges geborgen. „Wir haben die Lokomotive früh morgens erwischt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn (DB). Die Bergung wurde am Vortag mit Hilfe eines 160-Tonnen-Eisenbahnkrans vorbereitet.
„Er hat die Lokomotive auf dem Gleis angehoben. Eine Rangierlok hat ihn erfasst“, sagte der Sprecher. Im nächsten Schritt soll die Lokomotive nach München gebracht werden. Das letzte Auto war bereits am Mittwoch von der Unfallstelle entfernt worden. Den Angaben zufolge müssen rund 700 Meter Schienen und 500 Kreuzungen rund um die Unfallstelle erneuert werden, außerdem werden neue Fluggesellschaften benötigt.
Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen: Die Strecke ist weiterhin gesperrt
Außerdem müssen drei Fahrleitungsmasten versetzt werden, die teilweise durch herabstürzende Waggons umgefallen sind und nun neue Betonfundamente benötigen. „Wir können mit diesen Arbeiten beginnen, wenn wir die Genehmigung der Behörden haben“, sagte der DB-Sprecher. Ein Abschnitt hinter dem Bereich, in dem sich die Lokomotive befand, wurde noch nicht geöffnet.
Wann die Strecke wieder für den Verkehr freigegeben wird, ist unklar. „Wir haben keine Prognose“, sagte er. Es hängt auch davon ab, wann die Freigabe eintrifft und mit der Reparatur begonnen werden kann.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bahnmitarbeiter
Am Mittag des 3. Juni ist ein Regionalzug von Garmisch-Partenkirchen nach München entgleist. Vier Frauen und ein 13-jähriger Junge wurden getötet. Fast 70 Menschen wurden verletzt, 16 schwer und 52 leicht. Unter den Toten sind zwei ukrainische Frauen, die mit ihren Kindern vor dem Krieg geflohen sind.
Eine Sonderkommission „Zug“ ermittelt weiter zur Unfallursache. Im Vordergrund steht ein vermutlich technischer Grund. Die Staatsanwaltschaft München II ermittelt gegen drei Bahnmitarbeiter wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung. (dpa/okb)