Mehr als eine Woche nach dem Zugunglück bei Burgrain in Garmisch-Partenkirchen ist die Ursache noch immer unklar. Die Sonderkommission „Zug“ sucht nun nach Fahrgästen des verunglückten Zuges, die noch keinen Kontakt zur Polizei hatten. Außerdem hat Soko ein eigenes Medienladeportal geschaffen, auf dem Zeugen Bilder und Videos zum Absturz hochladen sollen.
Beratung Telefoneinrichtung: Zeugen sollten sich melden
Soko geht davon aus, dass nicht alle Insassen des verunglückten Zuges erreicht werden konnten. Möglicherweise unverletzte oder nur minderjährige Personen könnten den Unfallort allein verlassen haben, bevor ihre Personalien aufgenommen werden konnten, so die Polizei.
Diese Passagiere, die noch keinen Kontakt zur Polizei hatten, werden gebeten, sich zwischen 9 und 15 Uhr unter der speziell freigeschalteten Rufnummer 0800-15 5565101 zu melden.
Die Polizei sucht nach Besitzern verlassener Gegenstände
Nach Angaben der Polizei flohen die meisten Insassen nach dem Unfall aus den verunglückten Autos und ließen ihre persönlichen Gegenstände wie Gepäck und Dokumente zurück. Diese Gegenstände wurden von der Kriminalpolizei sichergestellt und vorläufig angeordnet, konnten aber nicht allen Passagieren zugeordnet oder zurückgegeben werden, heißt es.
Die Soko Zug bittet daher die betroffenen Zuginsassen, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen, damit die beschlagnahmten Gegenstände ausgehändigt und nach und nach ihren rechtmässigen Eigentümern zurückgegeben werden können.
Das Medienportal der Polizei ist online
Die Sonderkommission schließt nicht aus, dass Fahrgäste am Unfalltag, vor oder nach der Zugentgleisung, mit eigenen Smartphones oder Tablets Bilder oder Videos von der Zugfahrt oder der Situation nach dem Unfall gemacht haben. Die Polizei erwartet, dass diese Aufnahmen Hinweise oder Anhaltspunkte für die Ermittlungen liefern. Daher werden Besitzer von Foto- oder Videoaufnahmen, die vor der Abfahrt des Zuges, während der Fahrt zum Unfallort oder nach einer Entgleisung am Unfallort gemacht wurden, gebeten, ihre Aufnahmen den Ermittlern zur Verfügung zu stellen.
Dazu hat die bayerische Polizei für die Dauer von zwei Wochen ein eigenes Medienladeportal auf ihrer Website eingerichtet. Hier ist der entsprechende Link.
Ein 34-jähriger Mann schwebt weiterhin in Lebensgefahr
Der Zug entgleiste am Freitag, 03.06.2022 im Garmisch-Partenkirchener Ortsteil Burgrain aus bislang ungeklärter Ursache.
Fünf Menschen starben, 16 wurden schwer und 52 leicht verletzt. Eine 34-jährige Frau befindet sich weiterhin in kritischem Zustand.