Zukünftige Fluglotsen verdienen doppelt

Ein Fluglotse im Tower des Flughafens Zürich Kloten.

Skyguide feiert dieses Jahr 100 Jahre Flugsicherung in der Schweiz.

Skyguide-Chef Alex Bristol beklagt den Imageschaden und die Folgen für die Passagiere.

Fluglotsenmangel: Zu wenige junge Menschen begeistern sich für einen Job im Kontrollturm.

Skyguide hat Probleme bei der Rekrutierung von Fluglotsen – Galerie

Ein Fluglotse im Tower des Flughafens Zürich Kloten.

Skyguide feiert dieses Jahr 100 Jahre Flugsicherung in der Schweiz.

Skyguide-Chef Alex Bristol beklagt den Imageschaden und die Folgen für die Passagiere.

Fluglotsenmangel: Zu wenige junge Menschen begeistern sich für einen Job im Kontrollturm.

Um Nachwuchskräfte anzuziehen, wird die Flugverkehrsleiter-Ausbildungsvergütung von skyguide mehr als verdoppelt. Statt 2400 Franken erhalten Studierende künftig 5000 Franken.

Wer bei Skyguide zum Fluglotsen ausgebildet wird, erhält künftig während der Ausbildung mehr als das Doppelte des Gehalts seiner Vorgänger. Skyguide erhöht die Ausbildungsvergütung von CHF 2400.– auf CHF 5000.– pro Monat. Das berichten mehrere Zeitungen von CH Media. Grund dafür ist der drohende Personalmangel in der Flugsicherung.

Nicht alle Lernplätze sind abgedeckt

Skyguide-Chef Alex Bristol sagte gegenüber CH Media, dass im nächsten Sommer genügend Fluglotsen zur Verfügung stehen sollten. Danach wird es wie in ganz Europa kritisch. Skyguide bildet bis zu 50 Schüler pro Jahr aus. Für das nächste Ausbildungsjahr, das im September beginnt, sind noch nicht alle Plätze besetzt.

Das „HF Air Traffic Control Officer Diploma“ dauert zweieinhalb Jahre und setzt Abitur oder eine Berufsausbildung voraus.Außerdem dürfen die Studierenden nicht älter als 30 Jahre sein Controller und verdienen im ersten Jahr nun 4000 Franken statt bisher 2400 Franken, danach sind es 5000 Franken.

Mitarbeiter von Skyguide im Tower des Flughafens Zürich Kloten. (Bild einer Bildagentur)

Keystone/Christian Beutler

Schuld an der Katastrophe war der Fluglotse

Allerdings bringt der Job auch viel Verantwortung mit sich. Jeder Fehler kann in einer Katastrophe enden. Zum Beispiel 2002 in Überlingen, Deutschland. Mehr als elf Kilometer über dem Bodensee kollidierte ein Passagierflugzeug mit einem Frachtflugzeug. Alle 71 Passagiere, darunter 41 Kinder, starben.

Später stellt sich heraus, dass technische Defekte und menschliches Versagen bei Skyguide für den Absturz verantwortlich waren. Im Moment gibt es in der Leitstelle in Zürich einen Fluglotsen, der allein für den Luftraum über Süddeutschland zuständig ist und dessen Radar und Telefon wegen Wartungsarbeiten nur noch eingeschränkt funktionieren. Der Mann erkennt zu spät, dass ein Unfall bevorsteht.

Der Pilot, der den Fehler machte, wurde 2004 von einem trauernden Familienmitglied erstochen. Der Angreifer hatte bei dem Absturz seine Frau und seine Kinder verloren. Sowohl der Absturz als auch die anschließende Tötung des Fluglotsen machten weltweit Schlagzeilen.

Die Panne löst Flugchaos aus

Schlagzeilen machte auch die Pleite von Skyguide im vergangenen Monat, wenn auch ganz anderer Art. In den frühen Morgenstunden des 15. Juni legte eine technische Panne den Betrieb lahm. Die Folge war ein Totalausfall der Flugsicherung und eine vorübergehende Sperrung des Schweizer Luftraums.

Skyguide feiert einen runden Geburtstag

Skyguide kann mittlerweile auf eine lange Firmengeschichte zurückblicken. Die Schweizer Flugsicherung wird 100 Jahre alt. Es wurde ursprünglich als Marconi Radio AG gegründet, um die drahtlose Telegrafie zu entwickeln. Sechs Jahre später wurde daraus die Radio Schweiz AG, wo der Bund sie dann mit der Flugsicherung betraute. Das Unternehmen, das sich im Besitz der Schweizerischen Eidgenossenschaft befindet, heisst erst seit 20 Jahren Skyguide.

Pult mit LEDs markiert die Start- und Landebahnen von Skyguide im Tower des Flughafens Zürich Kloten. (Bild einer Bildagentur)

Keystone/Christian Beutler

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